Die wichtigsten Kennzahlen bei meinem P2P-Portfolio 2026
In diesem Artikel schaue ich mir die wichtigsten Kennzahlen der letzten 15 Jahre in meinem Portfolio an. Eine der wichtigsten Kennzahlen ist für mich die schnelle Verfügbarkeit.
Wie viel kann ich sofort verkaufen?
Ich bevorzuge P2P-Plattformen mit einem Zweitmarkt. Hat eine Plattform einen Zweitmarkt, bin ich automatisch bereit mehr zu investieren. Tauchen Probleme auf, kann ich die Plattform schnell verlassen, indem ich die Kredite verkaufe.
Zu jedem Jahresanfang notiere ich den Anteil meiner P2P-Plattformen, den ich jederzeit sofort verkaufen könnte. So sah das bei mir in den letzten 15 Jahren aus:
| Jahr | Sofort verfügbar | Nicht sofort verfügbar |
|---|---|---|
| 2012 | ||
| 2013 | ||
| 2014 | | |
| 2015 | ||
| 2016 | ||
| 2017 | ||
| 2018 | ||
| 2019 | ||
| 2020 | ||
| 2021 | ||
| 2022 | ||
| 2023 | ||
| 2024 | ||
| 2025 | ||
| 2026 |
Aktuell könnte ich 69 % meines gesamten P2P-Portfolios jederzeit direkt verkaufen und damit sofort aussteigen. Nur 31 % meines Portfolios habe ich derzeit auf P2P-Plattformen investiert, bei denen es keinen Zweitmarkt gibt und auch keine Möglichkeit, vorzeitig auszusteigen.
Zu Beginn habe ich nur in deutsche Plattformen investiert und da gab es auch keinen Zweitmarkt. Im Jahr 2017 hatte ich den Höchstwert mit 94 % meiner ganzen P2P-Anlage, die sofort verfügbar war. Ich hätte also innerhalb von wenigen Tagen fast alles verkaufen können.
Hier eine Übersicht welche P2P Plattformen derzeit einen Zweitmarkt haben oder wo man innerhalb sehr kurzer Zeit aussteigen kann. Bei Plattformen mit einem %-Zeichen kann man auch mit Abschlag aussteigen:
Wie bei allen Plattformen kommt es immer darauf an wie stark die Nachfrage ist, um überhaupt aussteigen zu können. Schnell geht es bei Plattformen mit dem %-Zeichen, da man hier einige Prozent Abschlag anbieten kann.
Ist zum Beispiel kein Abschlag möglich und es wollen viele Anleger gleichzeitig verkaufen kann es länger dauern.
Wie hoch ist der Anteil der klassischen Buyback-Plattformen?
Eine weitere wichtige Kennzahl in meinem Portfolio ist der Anteil der klassischen 100 % Buyback-Plattformen. Twino führte im Mai 2015 zum ersten Mal in der P2P-Welt die Rückkaufverpflichtung ein. Damit verspricht ein Kreditgeber, nur maximal 60 Tagen Verzug von den Kreditnehmern zuzulassen. Alle Kredite mit mehr als 60 Tagen Verzug werden von den Anlegern abgekauft, um Kreditnehmerausfälle zu vermeiden.
Anleger erhalten also niedrigere Renditen, sind dafür aber vor Kreditnehmerausfällen geschützt. Zumindest solange es dem Kreditunternehmen gut geht.
Omaraha zähle ich nicht zu den Buyback-Plattformen, da nicht 100 % des Kapitals zurückgekauft werden und Verluste entstehen. Ventus Energy zähle ich auch nicht dazu. Wirklich nur klassische Buyback-Plattformen.
So sah es bei mir in den letzten 15 Jahren aus:
| Jahr | Kapital investiert auf Buyback-Plattformen | Investiert auf Plattformen ohne Buyback-Garantie |
|---|---|---|
| 2012 | 0 % | 100 % |
| 2013 | 0 % | 100 % |
| 2014 | 0 % | 100 % |
| 2015 | 0 % | 100 % |
| 2016 | 10 % | 90 % |
| 2017 | 8 % | 92 % |
| 2018 | 23 % | 77 % |
| 2019 | 3 % | 97 % |
| 2020 | 15 % | 85 % |
| 2021 | 13 % | 87 % |
| 2022 | 18 % | 82 % |
| 2023 | 61 % | 39 % |
| 2024 | 43 % | 57 % |
| 2025 | 25 % | 75 % |
| 2026 | 14 % | 86 % |
Einen höheren Anteil an klassischen Buyback-Plattformen habe ich in eher unsicheren Zeiten, weil ich dann das Kapital nicht so lange binden möchte. Und vor allem möchte ich es in der Zeit nicht so viel dem Risiko von Kreditnehmerausfällen aussetzen. Außerdem auch dann, wenn gerade höhere Zinsen bei Buyback-Plattformen angeboten werden nutze ich diese häufiger.
Anfang 2022 hatte ich nur 18 % in Buyback-Plattformen und habe den Anteil dann unter anderem wegen des Ausbruchs des Ukraine-Kriegs bis Anfang 2023 auf 61 % erhöht.
Mittlerweile liegt mein Anteil an Buyback-Plattformen wieder niedriger, bei 14 % des P2P Portfolios.
Diese P2P Plattformen zähle ich zu den klassischen Buyback-Plattformen:
Wie hoch ist der Anteil von besicherten Krediten?
In der Regel investiere ich in Kredite ohne Sicherheiten. Diese haben in der Regel das höchste Risiko, aber auch die höchste Rendite für Anleger. Dementsprechend auch die höchsten Zinsen für die Kreditnehmer, weil diese bei normalen Banken meist keine Kredite mehr erhalten.
Bei besicherten Krediten kann eine Immobilie, ein Auto oder andere Sicherheiten verwertet werden, falls der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommt.
Mein Anteil an besicherten Krediten war noch nie so hoch wie aktuell (28 %):
| Jahr | Kredite mit Sicherheiten: (z.B. Immobilie, PKW) | Kredite ohne Sicherheiten |
|---|---|---|
| 2012 | 100 % | |
| 2013 | 95 % | |
| 2014 | 97 % | |
| 2015 | 98 % | |
| 2016 | 99 % | |
| 2017 | 99 % | |
| 2018 | 80 % | |
| 2019 | 97 % | |
| 2020 | 97 % | |
| 2021 | 99 % | |
| 2022 | 99 % | |
| 2023 | 100 % | |
| 2024 | 100 % | |
| 2025 | 80 % | |
| 2026 | 72 % |
Auch bei Krediten mit Sicherheiten kann es dazu kommen, dass die Sicherheiten wertlos sind oder weniger einbringen als der ursprüngliche Wert.
Siehe Estateguru mit deutschen Immobilien (viele Verzögerungen und Verluste) oder Reinvest24.
Deshalb sollte man sich nicht nur auf die Sicherheiten konzentrieren, sondern auch die Unternehmen dahinter genauer anschauen.
Auch der Rang der Sicherheit ist nicht unwichtig. Bei Ventus Energy dienen die Energieprojekte als Sicherheit. Zum Beispiel Kraftwerke, die bereits seit längerer Zeit in Betrieb sind. Die Kraftwerke dienen zwar als Sicherheit, es gibt aber Senior Lender mit einem höheren Rang. Sollte Ventus Energy bankrottgehen, würden bei einer Verwertung der Sicherheiten die Senior Lender als Erste bedient werden. Deswegen erhalten die Senior Lender auch geringere Zinsen. Nur wenn danach noch etwas übrig bleibt, würde es auf die Anleger bei Ventus Energy verteilt werden.
Fazit:
Anbieter mit Zweitmarkt oder Ausstiegsmöglichkeit priorisiere ich. Bei Problemen oder schlechten Nachrichten kann ich die Kredite jederzeit verkaufen. Es ergeben sich aber dadurch auch Möglichkeiten. So war es in der Corona-Krise, als viele Anleger in Panik alles zum Verkauf stellten. Teilweise gab es bis zu 30 % Rabatt auf gute Kreditgeber bei Mintos. Es muss also nicht zu Problemen auf den Plattformen selbst kommen, sondern es kann auch an der Unsicherheit am Markt liegen.
Aber auch in anderen Krisen, wie zu Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022, gab es gute Möglichkeiten. Meine türkischen Wowwo-Kredite bei Mintos konnte ich rechtzeitig verkaufen, als ich sah, dass die türkische Lira innerhalb kurzer Zeit 20 % an Wert verlor. Bis heute, Jahre später, warten Anleger von Wowwo auf ihr Geld.
Ich werde auch weiterhin verstärkt in Plattformen mit Ausstiegsmöglichkeit investieren. Weiterhin tendiere ich eher zu Plattformen ohne klassische Rückkaufverpflichtung, da dort meist höhere Renditen möglich sind.
Bei Plattformen mit Sicherheiten schaue ich mir das Unternehmen dahinter genau an und verlasse mich nicht allein auf die Sicherheiten.
Dieser Artikel ist keine Anlageempfehlung, sondern ich schreibe über meine Erfahrungen mit verschiedenen P2P-Anbietern. In diesem Artikel befinden sich Affiliate Links. Wenn sich jemand über den Werbelink bei einem Anbieter registriert und investiert, bekomme ich eine kleine Provision. Es gibt ein Totalausfallrisiko, und vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.















































