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NeoFinance mit 0,12 Mio. Verlust im Jahr 2020

neofinance-logoNachdem ich mir letztes mal den Finanzbericht von Fellow Finance näher angeschaut habe, kommt heute der gerade erschienene Geschäftsbericht über das Jahr 2020 von NeoFinance dran.

NeoFinance wurde als „Paskolu Klubas“ im Jahr 2015 in Litauen gegründet und eine Vermittlerplattform zwischen Geldgeber und Geldnehmer. Kreditnehmer sind nur Privatpersonen aus Litauen. Anleger kann jeder aus Europa werden.

Der auditierte Jahresbericht für das Jahr 2020 ist hier einsehbar: https://cns.omxgroup.com/cds/DisclosureAttachmentServlet?showInline=true&messageAttachmentId=850164

Mein Ziel ist es aus den Berichten zu erkennen wie NeoFinance durch das Pandemiejahr 2020 gekommen ist. Dazu schaue ich mir anhand von 5 Kategorien die Ergebnisse an.

1. Kreditvolumen:

    2017: 9,0 Mio. €
    2018: 14,3 Mio. €
    2019: 18,6 Mio. €
    2020: 19,1 Mio. € (+2%)

Im Jahr 2020 hat NeoFinance einen neuen Jahresrekord bei vermitteltem Neukreditvolumen erzielen können. Während des Jahres gab es nur im April 2020 einen deutlichen Einbruch des Kreditvolumens:

neofinance-kreditvolumen-2020

Es gab also kaum Auswirkungen der Pandemie auf die Neukreditvergabe. Mittlerweile sind die Volumen sogar deutlich höher als noch vor Covid. Im gerade vergangenen März 2021 gab es ein neues Rekordhoch beim monatlich neu vermitteltem Kreditvolumen von 2,16 Mio €. Damit gehört NeoFinance zu den seltenen Plattformen, welche sogar höhere Volumen als noch vor Covid vermitteln.

2. Umsatz:

    2017: 0,48 Mio. €
    2018: 1,02 Mio. €
    2019: 1,73 Mio. €
    2020: 2,48 Mio. € (+44%)

Der Umsatz ist stark um 44% angestiegen. Grund dafür ist das immer größer werdende Portfolio. Da die Kredite mehrere Jahre bei NeoFinance laufen, steigt die gesamt ausstehende Portfolio immer weiter an. Und Gebühren nimmt NeoFinance nicht nur am Anfang der Kreditvergabe, sondern auch während der gesamten Laufzeit. Das führt dazu das der Umsatz stärker steigt.

3. Gewinn:

    2017: -0,80 Mio. €
    2018: -0,45 Mio. €
    2019: -0,84 Mio. €
    2020: -0,12 Mio. €

NeoFinance ist noch nicht profitabel. Trotz der Auswirkungen von Corona konnte ein nur geringer Verlust erzielt werden. Im Jahr 2021 stehen die Chancen gut, dass hier erstmals ein Gewinn ausgewiesen werden kann.

Aktuell arbeiten 30 Mitarbeiter bei NeoFinance. Es konnten im Jahr 2020 einige Einsparungen gemacht werden, sodass die Ausgaben gesunken sind. NeoFinance setzt vermehrt auf automatische Kreditvergabe. Nachdem die Bonität mittels KI (Künstlicher Intelligenz) ermittelt wird, werden nun auch teilweise Darlehen mittels automatischer Technik ohne menschlichen Eingriff oder menschlicher Prüfung automatisch vergeben.

4. Eintreibungsquoten sehr hoch aber fallend
Wenn bei NeoFinance Darlehen in Zahlungsschwierigkeiten kommen oder auch ausfallen, bedeutet dies noch lange kein Totalverlust für Anleger. Denn wird ein Kredit bei NeoFinance wegen Zahlungsverzug gekündigt, konnte NeoFinance in der Vergangenheit in den ersten 24 Monaten nach Kündigung bereits 39,1% des ausstehenden Kapitals wieder eintreiben. 3 Jahre nach Kreditkündigung konnten 58,8% für Anleger wieder eingetrieben werden.

Die Zahlen sind jedoch im Vergleich zum Vorjahr fallend. Vor einem Jahr konnte NeoFinance noch 47,3% in den ersten 2 Jahren eintreiben. Dabei spielt sicherlich auch Covid eine Rolle. Es dauert nun länger bis Kredite eingetrieben werden können wegen dem Wirtschaftseinbruch aufgrund von Corona.

5. Provision Fund +10,5% seit letztem Jahr
Anleger erhalten von NeoFinance die Möglichkeit Kredite mit einem Abschlag zwischen 20-50% an den Provision Fund zu verkaufen. Die Summe des Provision Fund ist im Jahr 2020 trotz Corona um 10,5% gestiegen. Von 373.000€ auf 412.000€.

neofinance-provision-fund-2021

Man erkennt deutlich das bis zum März 2020 ist der Provision Fund regelmässig gestiegen. Seitdem steigt der Fund nur noch leicht an. Trotzdem ein gutes Zeichen das das Kapital im Fund nicht weniger wird.

Meine Investition:
Ich bin bereits seit 2,5 Jahren aktiver Anleger bei NeoFinance.

Aktuell sieht es also so aus:

    Ausfallsumme aktuell (Über 60 Tage überfällig): 1314,37€
    Zinsen bisher erhalten: 810,28€

Auf den ersten Blick sehen diese Zahlen nicht gut aus. Wenn jedoch die Hälfte von der Ausfallsumme in der Zukunft noch eingetrieben werden kann, ist das Portfolio bereits deutlich im Plus. Zusätzlich habe ich sehr viele gut laufende Darlehen die hoch verzinst sind, noch mehrere Jahre laufen und bisher immer pünktlich bezahlen. Somit kommen noch weitere Zinsen in den nächsten Jahren mit dazu.
NeoFinance geht bei meinem Portfolio bisher von einem Verlust aus von -256,98 € durch ausgefallene Darlehen aus. Das würde einer sehr guten Rendite von 15% p.a. entsprechen.

Erst im Dezember 2020 habe ich einen Portfolioupdate über mein Investment bei NeoFinance geschrieben —> http://p2p-anlage.de/2020/12/2-jahre-investment-bei-neofinance-mein-portfolio-2020/

Fazit: Es sieht gar nicht so düster aus meiner Meinung nach. Corona hat das Kredit-Volumen nicht sinken lassen. Das bedeutet die Anleger vertrauen weiterhin auf eine gute Rendite trotz Wirtschaftseinbruch. Und der Verlust im Jahr 2020 war nur noch minimal. Sollte es NeoFinance es schaffen in diesem Jahr erstmals grüne Zahlen zu schreiben bin ich zuversichtlich was die Zukunft von NeoFinance betrifft. Wenn dann auch noch die Rendite für die Anleger stimmt ist das eine richtige Konkurenz für die Banken und alle Seiten könnten profitieren.
Da ich nur einmalig am Anfang bei NeoFinance investiert habe und seitdem reinvestiere kamen die Ausfälle natürlich alle am Anfang auf einmal und es dauert bis die Zinsen die Ausfälle kompensiert haben.

Interessenkonflikt: Ich bin als Anleger bei NeoFinance in Kredite investiert. Ausserdem besitze ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels selber Unternehmensanteile von NeoFinance. Wenn sich jemand über meinen Link bei NeoFinance anmeldet und investiert, erhalte ich eine kleine Provision.

 

Rückblick: Meine P2P Gesamt-Rendite im Jahr 2020 (19,5%)

Für die meisten P2P-Anleger war 2020 kein gutes Renditejahr. Denn gerade ab März begann mit der Pandemie das große P2P Beben. Viele Kreditanbahner hatten Liquiditätsschwierigkeiten und konnten die Zahlungen nicht mehr bedienen.

Aus diesen Gründen haben viele Anleger gerade am Anfang der Pandemie panikartig Kredite auf den Zweitmärkten mit Verlusten verkauft. Ich habe genau das Gegenteil gemacht. Als die Unsicherheit am größten war, konnte ich nicht widerstehen und habe auf dem Mintos Zweitmarkt zugeschlagen. Teilweise mit bis zu 33% Abschlag. Natürlich war auch das ein hohes Risiko, denn es hätte auch schlecht ausgehen können.

Am Ende konnte mein verwaltetes P2P Portfolio eine Gesamtrendite von 19,5% im Jahr 2020 erzielen. Diese Rendite ist die Nettorendite nach allen Ausfällen und Plattformpleiten und Abschreibungen. Die folgenden Renditen sind Netto-Renditen. Um die Renditen besser zu vergleichen sind alle monatlichen Renditen aufs Jahr gesehen, also annualisiert angezeigt:

P2P-Rendite im Jahr 2020 für mein verwaltetes P2P Portfolio nach Ausfällen
P2P-Rendite im Jahr 2020 für mein verwaltetes P2P Portfolio nach Ausfällen:
Monatliche Renditen: (p.a.)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
13,9% 19,8% 29,4% 20,2% 13,4% 12,0% 14,4% 26,0% 23,1% 14,8% 25,3% 21,1%
Rechner

Rendite im Jahr 2020 (p.a.)
+19,5%

Zuletzt im Jahr 2017 so eine hohe Rendite
Zuletzt konnte das verwaltete Portfolio im Jahr 2017 Renditen oberhalb von 19% erzielen.

1. Halbjahr im Vergleich zum 2. Halbjahr
Erstaunlicherweise lief das 2. Halbjahr sogar besser als das erste Halbjahr.
Im ersten Halbjahr lag die Rendite bei 18,1% p.a.
Im zweiten Halbjahr betrug die Rendite 20,8% p.a.

Monatliche Abschreibungen

MonatMonatliche
Abschreibungen
bei Monestro
Monestro
Monatliche
Abschreibungen
bei Finbee Tschechien
Finbee Tschechien
Monatliche
Abschreibungen
bei Finbee
Finbee
Januar 2020144,53 €224,43 €1486,73 €
Februar 2020144,53 €-1146,60 €1573,52 €
März 2020151,80 €-654,52 €1411,25 €
April 2020134,66 €0 €1303,77 €
Mai 2020154,16 €74,09 €1200,75 €
Juni 2020177,98 €74,35€931,11 €
Juli 2020182,26 €58,20 €743,43 €
August 2020164,74 €67,91 €712,63 €
September 2020-29,05 €62,61 €438,07 €
Oktober 2020-9,18 €57,39 €356,88 €
November 20201,82 €56,12 €-292,04 €
Dezember 20202,00 €-613,55 €-296,05 €

Monestro: MonestroAm Ende des Jahres 2020 sind bei Monestro 99,6% aller Kredite welche mehr als 60 Tage in Verzug sind abgeschrieben. Damit ist fast mein ganzes Portfolio bereits als Verlust abgeschrieben. sollten jetzt noch Zahlungen aus der Krediteintreibung kommen werden diese als zusätzliche Einnahme verbucht. Zu sehen an den grünen Zahlen (negative Abschreibung).

Finbee Tschechien: Finbee TschechienAm Anfang des Jahres 2020 sind mit 95,9% aller Kredite welche mehr als 60 Tage in Verzug sind abgeschrieben. Am Ende des Jahres sind es komplett 100%.
Im Februar und März gab es sehr hohe Inkassozahlungen. Im Dezember dann noch einmal eine höhere Zahlung aus dem Inkasso. Somit sind alle ausgefallene Kredite bei Finbee Tschechien komplett abgeschrieben. Es gibt aber immer noch aktive Kredite, welche die Raten weiterhin pünktlich bedienen.

Finbee: FinbeeAm Anfang des Jahres 2020 sind 73,7% aller Kredite welche mehr als 60 Tage in Verzug sind abgeschrieben. Am Ende des Jahres sind es komplett 100%. Zum Ende des Jahres sinken die Abschreibungen sogar ins negative. Bedeutet das die Ausfälle weniger werden und somit die bereits als Verlust abgeschriebenen Summen wieder gutgeschrieben werden. Das ist auch der Grund warum ich im 4. Quartal 2020 eine Rendite von 34,4% p.a. bei Finbee erzielen konnte.

Im Juni 2019 habe ich neue Investitionen bei Finbee eingestellt. Im der Mitte des Jahres 2020 habe ich wieder angefangen in neue Kredite zu investieren. Zu Beginn allerdings noch mit geringeren Beträgen. Es geht erstmal nur darum zu sehen wie gut die Kreditqualität während der Pandemie aussieht.

    Neben diesen 3 Plattformen gibt es natürlich auch weitere Abschreibungen bei anderen Plattformen. Zum Beispiel bei Bondora, NeoFinance und weiteren P2P Plattformen, welche ich hier nicht alle aufliste.

Im Januar gingen noch knappe 50% der erhaltenen Gewinne für Abschreibungen drauf. Dies sank dann sehr stark im Laufe des Jahres. Im gesamten Jahr gingen genau 20% der erhaltenen Zinsen für monatliche Abschreibungen von der Rendite weg.

Ein entscheidender Grund für die guten Rendite-Monate war mein aktiver Zweitmarkthandel. Gerade am Beginn der Pandemie wollten sehr viele Anleger alle Kredite schnell verkaufen. Dies konnten sie nur indem sie einen hohen Abschlag aktzeptierten

Zweitmärkte in Turbulenzen:

10. März 2020:
Innerhalb von nur wenigen Tagen steigen die Zweitmarktangebote bei Mintos von 600.000 Anteile auf über 800.000 Anteile an. Anleger wollen Kredite verkaufen und Geld abziehen. Bei Mintos steigen die Abschläge auf 5% für die schwächsten Anbahner an.

14. März 2020: (Der Zweitmarkt Crash Samstag)
Nun schon über 1,15 Mio. Anteile auf dem Zweitmarkt bei Mintos. Teilweise ist Mintos überlastet weil es so viele Verkäufer und Handel gibt. Die Abschläge steigen am Mittag auf bis zu 10%. Am Abend gehen die Abschläge rauf auf bis zu 20%.

15. März 2020
Anleger verkaufen panikartig alle Kredite
Nun schon über 1,4 Mio. Anteile auf dem Zweitmarkt bei Mintos

16. März 2020
Am Montag stabilisieren sich die Abschläge wieder bei 12%, weil Anleger am Montag Kapital gutgeschrieben bekommen und die Höchsten Abschläge aufkaufen können.

20. März 2020
Am Freitag steigen die Abschläge wieder stark an auf bis zu 20%.

21. März 2020
Nun schon knapp 2 Mio. Angebote auf dem Zweitmarkt.

23. März 2020
Die Abschläge steigen auf 24% bei den schwächsten Anbahnern (zum Beispiel GetBucks).

30. März 2020
Die Abschläge liegen bei 21% bei den schwächsten Anbahnern.

2. Mai 2020
Die höchsten Abschläge liegen bei 18% bei schwachen Anbahnern und bei 12% höchstens bei besseren Anbahnern. Natürlich kommt es auch auf die Laufzeit an. Kurzläufer können natürlich mit weniger Rabatt verkauft werden als Langläufer mit mehrern Jahren Laufzeit.

30. Mai 2020
Die Abschläge gehen nur noch bis zu 6%.

Sommer 2020
Über den Sommer sinken die Abschläge auf maximal 2% wieder auf ein normales Niveau.

Mintos Zweitmarkthandel
In diesen Zeiten war ich sehr aktiv auf dem Mintos Zweitmarkt. Das Volumen das ich gehandelt habe lag im ersten Halbjahr 2020 bei 594.223€. Also das Volumen aller Käufe sowie Verkäufe auf dem Zweitmarkt zusammen.
Natürlich kann auch mit geringem Kapital schnell höhere Summen zusammen kommen, wenn man immer wieder kauft und verkauft. So habe ich es in dieser Zeit gemacht. Und nur aus diesem Grund kamen auch die guten Renditen zustande. Umso erstaunlicher ist es für mich das ich nach wie vor ein „In Recovery“ von weniger als 2€ habe. Fast wäre ich von dem Ausfall beim Anbahner Varks (Finko Armenien) betroffen gewesen. Jedoch hatte ich etwa einen Monat vor der Suspendierung alle Kredite von Varks damals verkauft.

Während dieser Zeit hatte ich einige Kreditanbahner aus dem Handel ausgeschlossen, welche mir für zu schwach erschienen. Zum Beispiel GetBucks, Express Credit, Capital Service und weitere. Da habe ich mich auch trotz sehr hohen Abschlägen zurück gehalten und lieber mit etwas stabileren Anbahnern gehandelt. Zum Beispiel Mogo, Wowwo, Creditstar, Delfin Group, ID Finance, Iute Credit und Placet Group.

Bis in den Sommer war ich dann auch weiter auch mit geringeren Abschlägen am Zweitmarkt aktiv am handeln. Als die Abschläge dann so gering wurden, gab es kaum mehr Möglichkeiten und Angebote.

Die Rendite war 2020 bei Mintos fantastisch. Besonders das erste Quartal:

Mintos Rendite

Mintos

Q1 2020 Q2 2020 Q3 2020 Q4 2020
+128,9 % +25,1 % +25,8 % +17,3 %
Rechner

Rendite im Jahr 2020:
+49,3 %   

Jetzt auch bei Mintos investierenMintos hat bereits über 394.000 Anleger. Im Schnitt investieren Anleger 2.454€

Der durchschnittliche Zinssatz steigt leicht um 0,7%
Im Schnitt erhalte ich nun 24,4% Zinsen am Ende des Jahres.

Deutliche Renditeschwankungen während des Jahres wegen Zweitmarkthandel
recordDie monatlichen Renditeschwankungen lagen 2020 mit 17,4% sehr hoch. Grund dafür ist mein Handel auf den Zweitmärkten. Der Unterschied vom Besten Monat (29,4%) zum schlechtesten Monat (12,0%) beträgt 17,4%.

18 aktive Plattfomen
recordIm Jahr 2020 verteilt sich das Portfolio auf 18 verschiedenen P2P Plattformen. Bei einigen Plattformen habe ich alles auslaufen lassen oder alle Darlehen verkauft und bin komplett ausgestiegen. Dies ist aber nicht überall so einfach. Sobald es Ausfälle im Portfolio gibt, komme ich in der Regel nicht so schnell aus der Plattform heraus. Nur wenn es einen Zweitmarkt gibt und die Preise stimmen kann ich alles komplett verkaufen und aussteigen.

Anteil der Kredite mit Rückkaufgarantie leicht gesunken
Zum Ende des Jahres sind 13% des Portfolios in Kredite mit Rückkaufgarantie. Hierzu zähle ich nur die Darlehen mit wirklich 100% Rückkaufgarantie mit.
Den größten Anteil mit 87% sind immer noch Kredite ohne Rückkaufgarantie. Hier bin ich bereit mehrere Jahre zu warten bis es erste Erfolge im Eintreibungsprozess gibt.

Meine P2P-Anlage Rendite im Vergleich zum MSCI World:
Im Jahr 2020 erzielte der MSCI World Index (inklusive Ausschüttungen) eine Rendite von 5,3%.
Im Vergleich dazu habe hat mein verwaltetes Portfolio 2020 eine Rendite von 19,5% bei der P2P-Anlage erzielen können.

rendite-vergleich-2020-p2p-rendite zu- msci-world

Quelle: Meine P2P-Anlage Rendite im Vergleich zum MSCI World Index (inklusive Reinvestiton der Ausschüttungen) Quelle: Justetf.com

Der Stand am Ende des Jahres 2020 sieht so aus:

    Meine P2P Rendite: Von 100 Punkten auf jetzt 420 Punkte
    MSCI World: Von 100 Punkten auf jetzt 278 Punkte

 

Mein Portfolio Ende 2020:


Der durchschnittliche Zinssatz ist von 23,7% am Anfang des Jahres auf 24,4% bis zum Ende des Jahres leicht gestiegen.

Anzahl der aktiven P2P-Plattformen:
18  

Durchschnittlicher Zinssatz:
24,4%  

Die Plattformdiversifikation bleibt in einem sehr guten Bereich obwohl ich nur noch bei 18 Plattformen investiere. Damit gemeint sind aktive Plattformen ab 1€ ausstehende Investition. Einige Plattfromen bleiben weiterhin übergewichtet im Portfolio.

 
 
 
 
 

Weiterhin bin ich in deutlich über 1000 verschiedene Darlehen investiert. Die Kreditdiversifikation ist weiterhin im perfekten Bereich. Damit ist eine optimale Kredit-Diversifikation erreicht.
 
 
 
 
 
Sofort Liquidierbar sind bei mir 32% des Kapitals. Natürlich müsste ich auch teilweise Abschläge in Kauf nehmen, falls ich diese 32% der P2P-Investitionen verkaufen würde.

Weitere Daten:

Kredite ohne Sicherheiten
99%  

Kredite mit Sicherheiten: (z.B. Immobilie, PKW)
1%  

   

Privatkredite:
88%  

Geschäftskredite:
12%  

   

Ohne Rückkaufgarantie:
87%  

Mit Rückkaufgarantie:
13%  

Mein Portfolio am 31.12.2020:

Kredite mit mehr als 60 Tagen Zahlungsverzug:

23,5%

Anteil der bereits als Verlust abgeschriebenen Kredite

97,1%

Bei einem Portfolio von 10.000€ würde es dann so aussehen:

10.000€ investiert.
2.350€ mehr als 60 Tage in Verzug.
2281,85€ bereits als Verlust abgeschrieben und in der Renditeberechnung berücksichtigt.

Der Anteil der Kredite mit mehr als 60 Tage in Verzug ist leicht angestiegen von 22,8% am Anfang des Jahres auf nun 23,5% vom Gesamtportfolio. Solange ich keine ausgefallenen Darlehen verkaufe, steigt dieser Wert immer weiter an, je länger ich investiere.

Am Ende des Jahres 2020 hatte ich bereits 97% aller Ausfälle (mehr als 60 Tage in Verzug) bereits abgeschrieben. Das ist der bisher höchste Wert bei mir.
Erklärbar ist dies so: Da ich nun schon seit knapp 10 Jahren in P2P investere, und die ausgefallenen Darlehen in meinem Portfolio relativ schnell abschreibe (10% bzw. 5% jeden Monat) erhöht sich auch dieser Wert, je länger ich investiere.

2021Prognose 2021: Rendite dürfte sinken wegen Auswirkung der Pandemie
2020 war das Jahr der einmaligen Chancen. Nur durch einmalige Effekte wie den Zweitmarkthandel während der Pandemie war es mir möglich so eine hohe Rendite zu erzielen. Diese Effekte wird es im Jahr 2021 wahrscheinlich nicht mehr geben.
Auch in meinem Portfolio wird die Pandemie negative Auswirkungen haben. Eine schwache 2. Jahreshälfte 2021 ist für mich jetzt schon zu erkennen. Die Abschreibungen werden in Kürze wieder steigen.

Mit diesem Artikel ist die Serie „Rückblick“ fertig. Weiterhin wird es jeden Monat einen Rückblick auf den vergangenen Monat geben. Im April erscheint der Rückblick auf den März und so weiter.

Hier alle Rückblicke in der Zusammenfassung:

    Rückblick auf das Jahr 2011
    Rückblick auf das Jahr 2012
    Rückblick auf das Jahr 2013
    Rückblick auf das Jahr 2014
    Rückblick auf das Jahr 2015
    Rückblick auf das Jahr 2016
    Rückblick auf das Jahr 2017
    Rückblick auf das Jahr 2018
    Rückblick auf das Jahr 2019
    Rückblick auf das Jahr 2020

Alle monatlichen Renditen sind übersichtlich auf der Portfolio Seite zu finden –> Portfolio

 

Fellow Finance mit 0,9 Mio. Verlust im Jahr 2020

In den nächsten Wochen möchte ich mir die Finanzberichte einiger Plattformen und Kreditanbahner näher anschauen. Den Anfang macht heute Fellow Finance. Ziel ist es aus den Berichten zu erkennen wie die Plattform bzw. der Anbahner durch das Pandemiejahr 2020 gekommen ist.

Fellow Finance wurde im Juni 2013 in Finnland gegründet. Seitdem werden Kredite aus Finnland über die Plattform vermittelt. Neben Finnland vergibt Fellow Finance noch Darlehen in Polen (aktuell noch pausiert), Schweden, Dänemark, Deutschland (aktuell noch pausiert) und Tschechien. Mit jedem Monat über 10 Mio. € an vermittletem Kreditvolumen ist Fellow Finance keine kleine Plattform mehr.

Der Jahresbericht für das Jahr 2020 wurde von Fellow Finance erst in den letzten Tagen veröffentlicht und ist hier einsehbar: https://www.fellowfinance.com/Styles/Documents/Annual-report-2020.pdf

Anhand von 5 Kategorien schaue ich mir die Ergebnisse an.

1. Kreditvolumen:

    2018: 172 Mio. €
    2019: 201 Mio. €
    2020: 131 Mio. € (-35%)

2020 gab es einen deutlichen Einbruch des Kreditvolumens:
fellow-finance-kreditvolumen2020
Erst im September stiegen die gesunkenen Volumen wieder. Die Volumen sind aber noch nicht an das Volumen wie von vor Corona angekommen.

Da Fellow Finance mit der Wirecard Bank zusammen arbeitete musste Fellow Finance die Vermittlung der Kredite in Deutschland einstellen. Auch in Polen musste wegen neuer Regulierung wegen der Corona-Pandemie neue Kredite ausgesetzt werden. Erst in diesem Jahr, 2021, plant Fellow Finance wieder Kredite in Polen und Deutschland zu vermitteln.

Dazu kommt noch die Zinsobergrenze von 20% in Finnland, von der Fellow Finance besonders hart getroffen wurde, weil Finnland weiterhin der Hauptmarkt von Fellow Finance ist.

2. Umsatz:

    2018: 11,96 Mio. €
    2019: 14,19 Mio. €
    2020: 11,07 Mio. € (-22%)

Der Umsatz ging nicht so stark zurück wie das Kreditvolumen. Dennoch ein deutliches Minus von 22%.

3. Gewinn:

    2017: +1,08 Mio. €
    2018: +0,80 Mio. €
    2019: -0,07 Mio. €
    2020: -0,89 Mio. €

Bereits vor der Pandemie im Jahr 2019 konnte Fellow Finance keinen Gewinn erzielen. In 2020 betrug der Jahresverlust 890.000€. Hier ist Fellow Finance besonders betroffen. Interessant wird sein ob Fellow Finance es schafft in diesem Jahr die Wende zu erreichen. Es dürfte auf jeden Fall nicht einfach werden.

4. Fellow Finance an der Börse
Im Jahr 2019 war eine Fellow Finance Aktie noch über 8€ wert. Noch vor der Pandemie halbierte sich der Aktienkurs bei unter 4€. Während Corona halbierte sich der Kurs nochmals auf unter 2€.
Mittlerweile steht die Aktie wieder bei 2,70€.

fellowfinancechart
Quelle: http://www.nasdaqomxnordic.com/shares/microsite?Instrument=HEX160307

5. Niederländischer Vermögensverwalter investiert jetzt in Darlehen bei Fellow Finance
Im Februar 2021 hat „Dynamic Credit“ begonnen in Kredite bei Fellow Finance zu investieren. „Dynamic Credit“ ist ein niederländischer Vermögensverwalter mit über 69.000 Kunden und Verpflichtungen in Höhe von 10,5 Mrd. Euro. Das könnte das Kreditvolumen in diesem Jahr nochmals ankurbeln, falls private Anleger sich noch zurückhaltend verhalten.

Meine Investition:
Ich habe meine Investitionen bei Fellow Finance reduziert. Ich bin bereits seit mehr als 6 Jahren aktiver Anleger bei Fellow Finance. Bereits im Februar 2015 habe ich meine ersten Investitionen begonnen. Seitdem habe ich in finnische und polnische Kredite investiert. Für mich wird Fellow Finance wieder interessant, wenn sie ausserhalb von Finnland ein Markt finden wo die Ausfallquoten noch aktzeptabel sind. Mein Polen Experiment ist nicht so gut gelaufen. Dort hatte ich in risikoreiche Darlehen investiert. Davon sind dann doch sehr viele ausgefallen. Obwohl die Zinsen oberhalb von 50% lagen, war die Rendite nicht zufriedenstellend.

Fazit: Gerade wegen der Regulierung wurde Fellow Finance hart getroffen. Sowohl in Finnland als auch in Polen ist Fellow Finance ja aktiv. Und gerade in diesen Ländern gab es regulatorische Eingriffe vom Staat. Viele nur temporär wegen der Corona-Krise, andere jedoch auch dauerhaft. Wie zum Beispiel eine Zinsobergrenze in Finnland.
Deswegen wird es Fellow Finance in Finnland schwer haben in Zukunft. Auch wenn es ihr Hauptmarkt ist, muss Fellow Finance jetzt dort auf bonitäts-starke Kreditnehmer setzen.
Positiv sehe ich das die Eigentümer von Fellow Finance schon länger dabei sind und auch selber sehr viele Aktienanteile besitzen und natürlich auch an einem Erfolg beteiligt sind.

In den nächsten Wochen werden weitere Anbahner und Plattformen die Berichte für das Jahr 2020 veröffentlichen. Diese möchte ich dann auch auch näher anschauen und auswerten.

 

Meine P2P Gesamtrendite im Februar 2021: 23,4%

Nach dem Januar 2021 lief auch der Februar erstaunlich gut. Durch Zahlungen aus dem Inkasso sind die monatlichen Abschreibungen gegenüber Januar gesunken.

Meine erzielte Rendite bei allen P2P Plattformen zusammen lag nach Zweitmarkthandel und Abschreibungen aufs Jahr gesehen bei 23,4% p.a.
Ich bin mir aber ziemlich sicher das ich in diesem Jahr nicht mehr an solche Renditen herankommen werde.

rendite februar2021

Für die überdurchschnittliche Rendite im Februar gibt es mehrere Gründe:
▶ Einmalige Zahlungen aus dem Inkasso (Vor allem Finbee Tschechien)
▶ Geringere neue Ausfälle bei fast allen Plattformen
▶ Erfolgreicher Monat durch Zweitmarkthandel (Zum Beispiel bei Lenndy)

Zweitmarkthandel
Durch Zweitmarkthandel mit hohen Abschlägen kann sehr schnell eine gute Rendite erzielt werden. Zum Beispiel habe ich bei Lenndy Darlehen mit hohen Abschlägen gekauft. Wenn ich in einem Monat Kredite im Wert von 1.000€ mit 20% Abschlag kaufe sind das sofort 200€ Gewinn. Da diese Kredite alle zu einem Kreditanbahner gehören welche die Zahlungen eingestellt hat, schreibe ich diese Kredite anschliessend jeden Monat zu 5% als Verlust ab. Zumindest solange diese Kredite sich mit mehr als 60 Tagen in Verzug befinden.

shoppingBeispiel: Kauf ohne Verkauf
Im Februar kaufe ich Kredite bei Lenndy im Wert von 2.000€ zu 20% Abschlag. Dann habe ich im Februar einen Gewinn von 400€ erzielt. Anschließend schreibe ich diese Kredite jeden Monat mit 5% Verlust ab solange die Kredite sich mit mehr als 60 Tage in Verzug befinden.

    Februar: 400€ Gewinn
    März: 100€ Verlust
    April: 100€ Verlust
    Mai: 100€ Verlust

Und so weiter, bis vollständig abgeschrieben oder bis die Kredite nicht mehr mit über 60 Tage in Verzug sind.

Beispiel: Kauf und Verkauf im gleichen Monat
Im Februar kaufe ich Kredite bei Lenndy im Wert von 2.000€ zu 20% Abschlag. Dann habe ich im Februar einen Gewinn von 400€ erzielt. Anschließend verkaufe ich diese Kredite mit zum Beispiel 10% Abschlag im gleichen Monat wieder. Durch den Verkauf habe ich wieder 200€ Verlust erzielt. Also ein Gesamtgewinn von 200€.

    Februar: 200€ Gewinn

Durch den Kauf von Darlehen welche mit mehr als 60 Tage in Verzug sind, bringe ich mir natürlich ein hohes Risiko eines Totalausfalls ins Portfolio. Wenn der Kreditanbahner dazu noch eine Rückkaufgarantie anbietet und diese nicht erfüllen kann oder will ist das Risiko eines Totalausfalls nochmals höher. Deswegen würde ich Zweitmarkthandel wirklich nur erfahrenen Anlegern empfehlen, welche die Risiken auch klar verstehen.

Einmaliger positiver Renditeeffekt
Durch den Kauf von ausgefallenen Darlehenhabe ich zwar im Kaufmonat eine fantastische Rendite, da ich mit hohen Abschlägen kaufe. In den Monaten danach allerdings erhöhen sich die Abschreibungen deutlich. Bedeutet also in den darauffolgenden Monaten höhere Abschreibungen.

Deswegen gibt es ab sofort eine Renditeprognose für die nächsten 3 Monaten. Prognosen sind immer sehr schwer aber damit man eine grobe Richtung sieht gibt es jetzt diesen Bereich:

Meine bisherige P2P Gesamtrendite und eine Prognose der nächsten Monate

Die letzten 3 Monate

Dezember 2020 Januar 2021 Februar 2021
+21,1 % +21,8 % +23,4 %
Rechner

Gesamtrendite in den letzten 3 Monaten:
+22,1 % p.a.   

Zunkunft Rendite-Prognose der nächsten Monate:
März 2021 April 2021 Mai 2021
17-22 % 15-20 % 12-17 %

Ich erwartete in den nächsten Monaten niedrigere Renditen. Der März könnte durchaus noch über 20% enden. Danach sehe ich aber im Jahr 2021 keine Renditen mehr über 20%. Natürlich kann es immer überraschende positive als auch negative Nachrichten geben, sodass sich auch die Renditen in die eine Richtung oder andere bewegen. Gerade beim Zweitmarkthandel kann nie vorhergesehen werden wie sich der Markt entwickelt und ob sich Anteile in Zukunft verkaufen lassen oder nicht.

 

Meine erste mögliche Kreditanbahnerpleite: First Finance bei Lenndy:
firstfinance-1Bei First Finance verhärtet sich der Verdacht das ich hier einen Totalverlust erleiden könnte. Seit mehreren Wochen kommt von First Finance keine Zahlungen mehr. Der Kreditgeber befindet sich Liquiditionsschwierigkeiten.
Da hinter den Darlehen aber mit KFZ besicherten Kredite stehen, gibt es dennoch Hoffnung das es nicht zu einem Totalausfall kommen könnte.

Rendite nach allen Ausfällen
Die größten Teile der Kreditausfälle habe ich bereits im Laufe der Zeit als Verlust abgeschrieben.

PlattformAnteil der abgeschriebenen Darlehen
Mintos100% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

Aktuell weniger als 2 Euro in "Recovery"
LendermarketKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
Bondora88,8% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

-0,1% gegenüber dem Vormonat
Finbee99,9% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+0,0% gegenüber dem Vormonat
OmarahaKeine Darlehen mit mehr als 100 Tagen in Verzug.
Werden automatisch mit Verlust von Omaraha verkauft
Iuvo Group30% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+10% gegenüber dem Vormonat
MonceraKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
HeavyFinanceKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
Lenndy10,0% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+5,0% gegenüber dem Vormonat
Viventor100% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben
NeoFinance89,8% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+1,5% gegenüber dem Vormonat
Monestro92,0% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+1,7% gegenüber dem Vormonat
Finbee Tschechien100% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben


Verhältnis P2P Gewinne zu den monatlichen Abschreibungen:

Ein sehr interessantes Verhältnis ist das Verhältnis der P2P Gewinne und den monatlichen Abschreibungen.
Also praktisch wie viel von den Einnahmen für die monatlichen Abschreibungen drauf geht.

4% der Einnahmen gingen für Abschreibungen drauf
Etwa 4% der Einnahmen im Februar gingen für die Abschreibungen drauf. Weiterhin habe ich bei Bondora die höchsten Abschreibungen. Das liegt daran das ich im Jahr 2019/2020 meine Investition bei Bondora nahezu verdoppelt hatte. Jeden Monat schreibe ich 10% als Verlust ab. Aktuell sind 88,8% aller Darlehen bei Bondora mit mehr als 60 Tage in Verzug als Verlust abgeschrieben. Letzten Monat waren es 88,9%. also kaum eine Änderung, weil neue Ausfälle dazu gekommen sind.

Bei einem Wert von 100% würden alle erhaltenen Gewinne für monatliche Abschreibungen weg gehen und die Rendite würde 0% betragen. Bei einem Wert von über 100% wäre die Rendite negativ.
Also: Je geringer der Anteil desto besser.
monatliche abschreibungen februar 2021

Bis Mitte des Jahres 2015 hatte ich keine Abschreibungen, da ich alle Kredite vorher auf dem Zweitmarkt mit Verlust verkauft hatte. Den Höhepunkt gab es im Dezember 2019 wo fast alle Zinsen (über 90%) für Abschreibungen drauf gingen.

Bei einem negativen Wert gab es also in dem Monat mehr Inkassozahlungen als neue Abschreibungen. Dies war zum Beispiel im Dezember 2020 der Fall.

Ausblick:
Obwohl ich in der zweiten Jahreshälfte 2021 mit teilweise einstelligen Renditen rechne, erhöhe ich meine Jahresprognose von bisher 12% auf 13%. Mit den ersten beiden überdurchschnittlichen ersten 2 Monaten in diesem Jahr habe ich so nicht gerechnet.

Wie schon im letzten Monatsbericht geschrieben habe erwarte ich ab Juni, Juli und den Monaten danach deutlich niedrigere und teilweise einstellige Renditen.

 

Rückblick: Meine P2P Gesamt-Rendite im Jahr 2019 (6,9%)

Das Jahr 2019 lief bei mir deutlich unterdurchschnittlich. Dennoch hat es für eine positive Rendite gereicht. Am Ende gab es eine Rendite von 6,9% nach allen Ausfällen und Plattformpleiten.

Zweistellige Renditen konnte ich in keinem einzigen Monat erzielen.

Die folgenden Renditen sind Netto-Renditen. Um die Renditen besser zu vergleichen sind alle monatlichen Renditen aufs Jahr gesehen, also annualisiert angezeigt:

Meine P2P-Rendite im Jahr 2019 nach Ausfällen
Meine P2P-Rendite im Jahr 2019 nach Ausfällen
Monatliche Renditen: (p.a.)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
9,7% 9,6% 9,2% 7,9% 7,2% 7,4% 7,1% 7,6% 6,7% 4,8% 1,6% 3,6%
Rechner

Rendite im Jahr 2019 (p.a.)
+6,9%

Erstmals nach 5 Jahren nur einstellige Rendite
Nach 5 aufeinander folgenden sehr guten Jahren konnte ich im Jahr 2019 nur 6,9% Rendite erzielen. Grund dafür sind vor allem Abschreibungen aus Kreditverlusten.

1. Halbjahr im Vergleich zum 2. Halbjahr
Das erste Halbjahr lief besser mit 8,5% p.a.
Im zweiten Halbjahr lag die Rendite bei nur 5,2% p.a.
Deutlich zu erkennen das jeden Monat die Renditen sinken. Grund dafür sind immer weiter steigende Abschreibungen.

Monatliche Abschreibungen

MonatMonatliche
Abschreibungen
bei Monestro
Monestro
Monatliche
Abschreibungen
bei Finbee Tschechien
Finbee Tschechien
Monatliche
Abschreibungen
bei Finbee
Finbee
Januar 201912,80 €1499 €410,5 €
Februar 20193,00 €1487 €552,8 €
März 2019-88,8 €1671,15 €586,00 €
April 20190,50 €1631,52 €666,70 €
Mai 2019-53,50 €1567,35 €881,00 €
Juni 2019-77,00 €1494,5 €839,60 €
Juli 2019-18 €1478,04 €1001,50 €
August 20190 €1323,76 €1165,00 €
September 2019-71 €904,74 €1327,90 €
Oktober 2019-17 €751,71 €1481,20 €
November 2019144,53 €401,04 €1554,85 €
Dezember 2019144,53 €378,62 €1510,04 €

Monestro: MonestroAm Ende des Jahres 2019 sind bei Monestro 65,6% aller Kredite welche mehr als 60 Tage in Verzug sind abgeschrieben. Während des Jahres waren es fast immer 100%. Es gab sogar mehrmals Inkassozahlungen. Zu sehen an den grünen Zahlen. Am Ende des Jahres gab es aber nochmals höhere neue Ausfälle.

Finbee Tschechien: Finbee TschechienAm Anfang des Jahres 2019 sind 23,5% aller Kredite welche mehr als 60 Tage in Verzug sind abgeschrieben. Am Ende des Jahres sind es 95,9%. Zu sehen ist auch gut das die Zahlen seit März 2019 immer weiter zurückgehen. Damit sind die meisten Kreditausfälle bei Finbee Tschechien abgeschrieben.

Finbee: FinbeeAm Anfang des Jahres 2019 sind 90,1% aller Kredite welche mehr als 60 Tage in Verzug sind abgeschrieben. Am Ende des Jahres sind es 73,7%. Grund dafür sind viele neue Ausfälle im Jahr 2019.
Im Juni 2019 habe ich neue Investitionen bei Finbee eingestellt. Das führt auch dazu das die Zinsen stabil bleiben bzw. leicht sinken, die Ausfälle aber noch eine Zeit lang weiter steigen.

    An diesen 3 Plattformen ist zu sehen wie sich die monatlichen Abschreibungen entwickeln. Es gibt natürlich noch weitere Abschreibungen bei Bondora, NeoFinance und anderen P2P Plattformen, welche ich hier nicht alle aufliste.

In jedem Monat gab es dennoch insgesamt höhere Zinsen als alle Abschreibungen zusammen. Ganz knapp war es im November 2019. Dort gingen mehr als 90% aller Zinsen für monatliche Abschreibungen drauf. Am Ende des Jahres 2019 gibt es aber Licht am Ende des Tunnels. Denn bei Finbee Tschechien ist das meiste abgeschrieben. Auch bei Finbee Litauen sollten die Abschreibungen nicht mehr ganz so stark steigen und während des Jahres 2020 wieder sinken.

Deutliche Aufstockung bei Bondora
Während des Jahres und vor allem am Ende des Jahres 2019 habe ich deutlich bei Bondora aufgestockt. Ich investiere vor allem in estnische Darlehen mit etwas höherem Risiko. Allerdings keine mit dem schwächsten Rating. Ziel ist es die Zinseinnahmen im folgenden Jahr 2020 zu verdoppeln. Durch die Verdoppelung der Investition dürften die Abschreibungen ab dem 2. Halbjahr 2020 zunehmen.

Der durchschnittliche Zinssatz sinkt um knapp 3%
Im Schnitt erhalte ich 23,7% Zinsen. Damit wird es kaum möglich noch Netto-Renditen um die 20% zu erzielen. Realistischer werden eher 15% Rendite.

Renditeschwankungen im Jahresverlauf bleiben bei unter 10%
recordDie monatlichen Renditeschwankungen lagen 2019 bei 8,1%. Also der Unterschied vom Besten Monat (9,7%) zum Schlechtesten Monat (1,6%).

23 aktive Plattfomen
recordInzwischen bin ich bei 23 P2P Plattformen investiert. Bei einigen habe ich alles auslaufen lassen oder alle Darlehen verkauft und bin komplett ausgestiegen. Dies ist aber nicht überall so einfach. Sobald es Ausfälle im Portfolio gibt, komme ich in der Regel nicht so schnell aus der Plattform heraus. Nur wenn es einen Zweitmarkt gibt und die Preise stimmen kann ich alles komplett verkaufen und aussteigen.

Anteil der Kredite mit Rückkaufgarantie gestiegen
Zum Ende des Jahres sind 15% des Portfolios in Kredite mit Rückkaufgarantie. Hierzu zähle ich nur die Darlehen mit wirklich 100% Rückkaufgarantie mit.
Den größten Anteil mit 85% sind immer noch Kredite ohne Rückkaufgarantie. Hier bin ich bereit mehrere Jahre zu warten bis erste Erfolge sichtbar werden.

Meine P2P-Anlage Rendite im Vergleich zum MSCI World:
Im Jahr 2019 erzielte der MSCI World Index (inklusive Ausschüttungen) eine Rendite von sagenhaften 29,8%.
Im Vergleich dazu habe ich 2019 eine Rendite von 6,9% bei der P2P-Anlage erzielen können.

rendite-vergleich-2019-p2p-rendite zu- msci-world

Quelle: Meine P2P-Anlage Rendite im Vergleich zum MSCI World Index (inklusive Reinvestiton der Ausschüttungen) Quelle: Justetf.com

Der Stand am Ende des Jahres 2019 sieht so aus:

    Meine P2P Rendite: Von 100 Punkten auf jetzt 346 Punkte
    MSCI World: Von 100 Punkten auf jetzt 262 Punkte

 

Mein Portfolio Ende 2019:


Der durchschnittliche Zinssatz ist von 26,6% am Anfang des Jahres auf 23,7% bis zum Ende des Jahres deutlich gesunken. So niedrig war der durchschnittliche Zins schon seit 5 Jahren nicht mehr.

Anzahl der aktiven P2P-Plattformen:
23  

Durchschnittlicher Zinssatz:
23,7%  

Die Plattformdiversifikation bleibt in einem sehr guten Bereich. Ende 2019 bin ich schon auf 23 verschiedenen P2P Plattformen investiert (Aktive Plattformen ab 1€ ausstehende Investition). Einige Plattfromen sind weiterhin übergewichtet im Portfolio.

 
 
 
 
 

Weiterhin bin ich in deutlich über 1000 verschiedene Darlehen investiert. Die Kreditdiversifikation ist weiterhin im perfekten Bereich. Damit ist eine optimale Kredit-Diversifikation erreicht.
 
 
 
 
 
Sofort Liquidierbar sind bei mir 79% des Kapitals. Natürlich müsste ich auch teilweise Abschläge in Kauf nehmen, falls ich diese 79% der P2P-Investitionen verkaufen würde.

Weitere Daten:

Kredite ohne Sicherheiten
97%  

Kredite mit Sicherheiten: (z.B. Immobilie, PKW)
3%  

   

Privatkredite:
96%  

Geschäftskredite:
4%  

   

Ohne Rückkaufgarantie:
85%  

Mit Rückkaufgarantie:
15%  

Mein Portfolio am 31.12.2019:

Kredite mit mehr als 60 Tagen Zahlungsverzug:

22,8%

Anteil der bereits als Verlust abgeschriebenen Kredite

87,4%

Bei einem Portfolio von 10.000€ würde es dann so aussehen:

10.000€ investiert.
2.280€ mehr als 60 Tage in Verzug.
1992,72€ bereits als Verlust abgeschrieben und in der Renditeberechnung berücksichtigt.

Der Anteil der Kredite mit mehr als 60 Tage in Verzug ist stark angestiegen von 13,6% am Anfang des Jahres auf nun 22,8% vom Gesamtportfolio. Duch hohe Abschreibungen während des Jahres sind aber bereits 87% der Ausfälle komplett abgeschrieben.

In 2019 gingen 71% der erhaltenen Zinsen für Zweitmarktverluste und monatliche Abschreibungen von der Rendite weg. Das ist ein neuer Höchstwert.

Prognose 2020: Rendite dürfte wieder steigen da Abschreibungen sinken
2019 war das Jahr der Abschreibungen. Gleich bei mehreren Plattformen musste ich hohe Anteile von Kreditausfällen hinnehmen. Am Ende des Jahres ist aber schon ein hoher Anteil abgeschrieben und die Abschreibungen werden 2020 sinken.
Außerdem erwarte ich das bei den Ausfällen bei Finbee Litauen noch einiges eingetrieben werden kann. Doch hier brauch es Geduld. Nicht sofort nach dem Ausfall kommen die Zahlungen aus dem Inkasso, sondern da kann es schon 1-2 Jahre dauern bis erste Zahlungen eintreffen.
Bei Bondora dürften durch die Neuinvestitionen die Abschreibungen im Laufe des Jahres 2020 wieder steigen.

Als nächstes erscheint im März der Jahresrückblick auf das Pandemiejahr 2020 mit den Details und den einzelnen Monatsrenditen.

    Rückblick auf das Jahr 2011
    Rückblick auf das Jahr 2012
    Rückblick auf das Jahr 2013
    Rückblick auf das Jahr 2014
    Rückblick auf das Jahr 2015
    Rückblick auf das Jahr 2016
    Rückblick auf das Jahr 2017
    Rückblick auf das Jahr 2018
    Rückblick auf das Jahr 2019
    März 2021: Rückblick auf das Jahr 2020

Alle monatlichen Renditen sind übersichtlich auf der Portfolio Seite zu finden –> Portfolio

 
 
 
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