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Mein Ausstieg bei den P2P Plattformen Lendermarket, Limedot und Kreditex

Bei über 30 P2P Plattformen wo ich investiert bin kann man schnell den Überblick verlieren. Es kommen bei mir regelmäßig neue Plattformen hinzu. Aber manchmal verlassen auch Plattformen gewollt oder ungewollt mein Portfolio.

In den letzten Wochen bin ich aus 3 P2P Plattformen komplett ausgestiegen. Limedot und Kreditex wurden geschlossen und bei Lendermarket habe ich alle ausstehenden Zahlungen erhalten und bereits ausbezahlt.

Mein Ausstieg bei Lendermarket

Lendermarket

Begonnen hatte ich bei Lendermarket im Januar 2020 zu investieren. Nach genau 4 Jahren bin ich nun komplett raus aus Lendermarket. Die ersten auftretenden Probleme gab es mit Creditstar im Juli 2022. Das ist der Kreditgeber der hinter Lendermarket steht. Zunächst auf Mintos. Hier eine Zusammenfassung:

2019/07: Lendermarket startet Plattform

2020/01: Ich beginne bei Lendermarket zu investieren

2022/07: Erste Probleme bei Mintos: Bei Mintos werden 8,3 Mio. € an Creditstar Schulden restrukturiert und die Zahlung in die Zukunft verschoben. Das heißt Creditstar verpflichtet sich alle neuen ausstehenden Zahlungen zu leisten. Die „alten“ 8,3 Mio. € an Schulden sollen einen neuen Zahlungsplan erhalten.

2022/12: Mintos veröffentlicht einen Rückzahlungsplan. Bis Mai 2023 sollen alle 8,3 Mio. € Schulden bei Mintos zurückgezahlt werden.

2023/06: Mintos veröffentlicht einen verlängerten Zahlungsplan, da Creditstar nicht bis Ende Mai 2023 alle Schulden begleichen konnte. Bis August 2023 sollen alle fälligen Zahlungen von Creditstar gezahlt werden.

2023/07: Bei Lendermarket steigen die pendings bei vielen Anlegern. Das heißt die 60 Tage Rückkaufgarantie greift nicht mehr. Außerdem dauern die Auszahlungen bei Lendermarket nun länger als gewöhnlich. Teilweise mehrere Wochen.

2023/08: Creditstar zahlt alle Schulden bei Mintos zurück und hat nun keine Verzüge mehr.

2023/09: Auszahlungen bei Lendermarket funktionieren wieder schneller, aber die Pendings von Creditstar steigen bei allen Anlegern stark an. Somit ist ein Ausstieg nicht möglich.

Die aktuelle Situation bei Lendermarket

Die Auszahlungen funktionieren sehr schnell bei Lendermarket. Sobald also Kapital verfügbar ist kann es schnell ausgezahlt werden. Bei vielen Anlegern steckt allerdings noch sehr viel Kapital in den Pendings. Teilweise ist sogar alles Kapital in den Pendings. Einige Anleger melden immer wieder kleinere Rückzahlungen aus den Pendings. Das Kapital in den Pendings wird mit 18% Zinsen sehr gut verzinst.

Ich war Anfang 2023 wieder etwas optimistischer, weil ich gesehen hatte das bei Mintos die Schulden von Creditstar regelmäßig gesunken sind. Deswegen hatte ich noch im Laufe des Jahres in kurzlaufende Kredite auf Lendermarket investiert. Als Lendermarket dann neue Kreditgeber hinzugefügt hatte, habe ich auch in Rapi Kredite investiert.

Auch bei mir sind dann in der zweiten Jahreshälfte 2023 die Pendings stark angestiegen. Ich hatte manuell alle meine pendings in andere Kredite investiert, als es noch möglich war. Das waren dann Kredite mit schon 6 Verlängerungen und kurz vor Buyback Datum. Ob es daran lag das ich fast alle ausstehenden Zahlungen sehr schnell erhalten habe kann ich nicht sagen.

Am 19.1.24 habe ich fast 100% meiner Pendings von Creditstar erhalten. Diese waren sofort verfügbar zum Auszahlen. Ende Januar 2024 habe ich dann meine restlichen Pendings von Creditstar erhalten. Anfang Februar 2024 folgten meine restlichen Kredite von Rapicredit aus Kolumbien. Vor einigen Tagen konnte ich dann alles auszahlen und es ist bereits auf meinem Konto angekommen.

Somit bin ich nun komplett bei Lendermarket raus.

Eventuell steige ich wieder bei Lendermarket ein

Ich schließe nicht aus wieder auf Lendermarket zurückzukehren. Denn die Rendite war fast immer überdurchschnittlich. Dazu müsste Lendermarket aber alle Probleme lösen. Alle ausstehenden Zahlungen müssten bezahlt sein oder dürften nur wenige Tage dauern. Auch ein eingeführter Zweitmarkt würde mich wieder zur Plattform bringen.

Limedot schließt Plattform

Die erst im letzten Jahr gegründete P2P Plattform Limedot (früherer Name: ViaInvest Ireland Limited) hat am 1. Februar angekündigt die Plattform zu schließen. Dort gab es Kredite aus Vietnam mit bis zu 15% Rendite pro Jahr. Alle Anleger haben alles Kapital ohne Verluste und mit Zinsen zurück erhalten.

Limedot hatte kaum Werbung gemacht und hatte in mehreren Monaten nicht einmal 100.000 Euro Investitionen von Anlegern erreichen können.

Im September 2023 hatte ich begonnen bei Limedot zu investieren. Die Plattform startete zunächst ohne Zweitmarkt. Der versprochene Zweitmarkt wurde dann auch eingeführt.

Limedot wurde von einem früheren Mitarbeiter von ViaInvest geführt. Früher hieß die Firma ViaInvest Ireland Limited:

Hätte Limedot Werbung gemacht oder hätte Anleger Cashback Aktionen angeboten, wären sicherlich mehr Anleger aufmerksam auf die Plattform geworden. Auch die langen Laufzeiten von am Anfang mindestens 2 Jahren waren sicherlich nicht förderlich.

Das Gute ist das wenn eine Plattform scheitert es nicht unbedingt zu einem Verlust für die Anleger kommen muss wie in diesem Fall.

Kreditex wird die Lizenz entzogen

Auf der kleinen estnischen Plattform Kreditex habe ich ca. 1 Jahr lang (Seit Januar 2023) investiert. Erstmal nur 100 Euro zum testen. Im November 2023 wurde der Plattform die Lizenz als Kredit- und Hypothekengeber und- vermittler entzogen. Das Kreditvolumen beträgt 9 Mio. Euro und sei durch andere Vermögenswerte gesichert. Es durften keine neuen Kredite vergeben werden, aber die vertraglichen Verpflichtungen musste nachgekommen werden.

Ende Dezember 2023 habe ich dann meine komplette Investition + Zinsen unaufgefordert auf meinem Bankkonto erhalten, obwohl die Kredite noch mehrere Jahre Laufzeit hatten. Auch bei einem Lizenzentzug wie bei Kreditex muss nicht gleich das Geld der Anleger gefährdet sein.

Damit bin ich auch bei Kreditex ohne Verluste raus. Die Plattform war nur in estnischer und russischer Sprache verfügbar.

Die Zinsen lagen bei bis zu 16% für unbesicherte Konsumentendarlehen. Jedoch wurden 20% Quellensteuer automatisch von der Plattform einbehalten.

Mit Problemen ist bei P2P Plattformen immer zu rechnen

Bei zweistelligen Zinsen bei P2P Plattformen ist jederzeit mit Problemen zu rechnen, weil die Risiken höher sind. Deswegen investiere ich auch nicht alles in eine Plattform, sondern streuen auf mehrere Plattformen.

Manchmal kann man Probleme vorher erkennen und manchmal wird man überrascht. Bei den heutigen 3 Plattformen konnte ich ohne Verluste aussteigen.

In 13 Jahren seitdem ich in P2P Kredite investiere konnte ich jedes Jahr einen Gewinn erzielen.

Von 153 Monaten mit P2P Investments gab es nur 2 Monate mit einer negativen Rendite. Das war im Jahr 2013. An allen anderen Monaten konnte ich eine positive Rendite erzielen. Von größeren Verlusten bin ich bisher verschont geblieben. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis ich von einem größeren Ausfall betroffen sein werde. Dann sind natürlich auch mehrere negative Renditejahre möglich.

Ich versuche das zu vermeiden indem ich mich seit ca. 11 Jahren täglich mit der P2P Anlage beschäftige und recherchiere mit dem Ziel Verluste so gering wie möglich zu halten und Probleme relativ früh zu erkennen.

Dieser Artikel ist keine Anlage-Empfehlung, sondern ich schreibe über meine Erfahrungen mit verschiedenen P2P Anbietern. In diesem Artikel befinden sich Affiliate Links. Wenn sich jemand über den Werbelink bei einem Anbieter registriert und investiert, bekomme ich eine kleine Provision. Es gibt ein Totalausfallrisiko und vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.

 

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