21,9% Rendite im Februar 2022 bei P2P Plattformen

In diesem Artikel geht es um die erzielten Renditen durch die P2P-Anlage im Februar 2022. Am 24. Februar begann der Ukraine Krieg. Jedoch war ich in den ersten Tagen sehr zurückhaltend und habe noch nicht viel im Februar unternommen. Die ersten Auswirkungen auf die Rendite wird der Krieg erst im März haben.

Im Februar 2022 betrug die Rendite des P2P-Portfolios nach Ausfällen und Abschreibungen 21,9% p.a. Das Ergebnis ist sogar noch leicht besser als der Januar, wo ich 18,2% Nettorendite p.a. erzielen konnte.

Die berechnete Rendite ist die Netto-Rendite nach Ausfällen und Plattformpleiten und Abschreibungen.

Meine bisherige P2P Gesamtrendite und eine Prognose der nächsten Monate

Die letzten 3 Monate:

Dezember 2021

Januar 2022

Februar 2022

+20,6 %

+18,2 %

+21,9 %

Rechner

Gesamtrendite in den letzten 3 Monaten:

+20,2 % p.a.   

Zunkunft Rendite-Prognose der nächsten Monate:

März 2022 April 2022 Mai 2022

17-22 %

14-19 %

12-17 %

Im Februar sind meine Ausfälle deutlich gesunken. Bei Bondora, Finbee und Finbee Tschechien hat sich die Ausfallsumme verringert (Alle Kredite mit mehr als 60 Tagen in Verzug). Es gab also mehr Zahlungen von ausgefallenen Darlehen als neue Ausfälle dazugekommen sind. Deswegen hatte ich im Februar eine höhere negative Abschreibung, was die Rendite deutlich erhöht, weil alle Kredite bei Bondora und Finbee bereits zu 100% als Verlust abgeschrieben worden sind.

Es war die größte monatliche negative Abschreibung seit Juni 2021. Damals hatte ich über 3.600€ von der Plattform Monestro auf einen Schlag erhalten.

Bei Finbee ist meine Ausfallsumme (Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug = 26.867 €) auf den tiefsten Stand seit Dezember 2019 gesunken, obwohl ich wieder seit längerem in neue Kredite investiere. Der Höhepunkt der Ausfallsumme bei Finbee war im August 2020 (30.689 €).

Ein Ausblick ist schwierig wegen der Situation in der Ukraine und den Auswirkungen. Ich gehe kurzfristig von höheren Renditen aus, weil ich auf den Zweitmärkten aktiv bin und Kredite mit Abschlägen aufkaufe. Das erhöht einmalig die Rendite. Sollte ich die Kredite mit Abschlägen nicht mehr verkaufen, werden diese in den folgenden Monaten mit Verlusten abgeschrieben.

Die Situation ähnelt sich wie beim Ausbruch von Corona. Im März und April 2020 konnte ich hervorragende Renditen erzielen durch Zweitmarkthandel. In den Monaten danach allerdings (Mai, Juni, Juli 2020) waren die Renditen schwächer, weil ich die Kredite wieder größtenteils mit Verlusten wieder verkauft habe.

Hier gibt es übersichtlich alle Monatsrenditen seit dem Jahr 2011 aufgelistet.

Der Ukraine Krieg und die Auswirkungen

strategiewechsel

Am 24.02.2022 wurde ich vom Einmarschieren der russischen Armee in die Ukraine überrascht. Mein russischer Anteil am P2P Portfolio beträgt 0,2%. In den Jahren zuvor war ich noch stärker in russische Darlehen investiert. Zum Beispiel bei Twino.

Bisher habe ich noch keine russischen Kredite verkauft. Es handelt sich dabei um Kredite vom Kreditgeber Kviku auf der Plattform IUVO Group. Da Kviku keine Zahlungen mehr leisten kann, ist mit einem Teilverlust oder Totalverlust zu rechnen. Überweisungen von Russland ins Ausland sind zur Zeit nicht möglich. Wann wieder Zahlungen von Russland aus ins Ausland vorgenommen werden können ist noch nicht bekannt. Eventuell ist es möglich über Umwege nach China das Kaptial nach Europa zu senden. Dabei würden jedoch hohe Gebühren entstehen.

Bei Kviku gehe ich von einem hohen Verlust für Anleger aus. Selbst wenn alle Kreditnehmer zahlen würden, hat der russische Rubel seit Kriegsbeginn viel an Wert verloren. Ich habe die russischen Kviku Kredite bereits mit Abschlag zum Verkauf gestellt, jedoch wurde bisher noch nichts verkauft. Eventuell werde ich bald den Abschlag erhöhen, damit die Kredite teilweise oder alle verkauft werden.

Russland-Verluste und die Rendite

Da ich nur einen sehr kleinen Teil in russischen Krediten investiert habe, gibt es 2 Szenarien:

  • Entweder ich verkaufe alle russischen Darlehen mit Verlusten auf dem Zweitmarkt. Zum Beispiel bei einem Abschlag von -60% würde die Monatsrendite im März um ca. 1,4% geringer ausfallen.
  • Oder ich lasse die Kredite in meinem Portfolio und warte auf eventuelle Zahlungen. Falls die Zahlungen der Rückkaufgarantie ausbleiben, schreibe ich jeden Monat 5% der Ausfall-Summe als Verlust ab.

Mein Zweitmarkt-Handel seit Kriegsbeginn

Ähnlich wie zu Beginn der Corona-Krise wollen manche Anleger aussteigen und stellen Darlehen mit einem Abschlag zum Verkauf ein. Diese Kredite kaufe ich dann ein, behalte diese bis Laufzeitende oder verkaufe diese zu einem geringeren Abschlag wieder. Zum Beispiel beim P2P Marktplatz Mintos.

Bei kurzen Laufzeiten behalte ich die Kredite meistens. Bei höheren Laufzeiten stelle ich die Kredite wieder zu einem geringeren Abschlag zum Verkauf ein. Dabei achte ich auf die Länder.

Kredite aus Russland und der Ukraine kaufe ich derzeit nicht (Auch nicht zu 55% Abschlag). Aber aus den anderen Ländern kaufe ich Kredite von mir bereits bekannten Kreditgebern. Diese werden teilweise auch mit Abschlag angeboten, obwohl diese keine Kredite aus Russland oder der Ukraine anbieten.

Anleger benötigen Kapital und wollen Kredite schnell verkauft haben. Ich übernehme das Risiko verhelfe anderen Anlegern zu schnellem Kapital und werde dafür mit einem einmaligen Abschlag belohnt.

Zu beachten sind jeweils die Gebühren auf den Zweitmärkten. Manche Plattformen verlangen 1% Verkäufer-Gebühr. Manche sind komplett kostenlos. Mintos zum Beispiel nimmt 0,85% einmalige Verkaufsgebühr.

Lendermarket

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die P2P-Anlage
Auch wenn Kreditgeber oder P2P Plattformen nicht in Russland oder der Ukraine aktiv sind, kann es dennoch Auswirkungen haben.

Dadurch das wir in fast allen Ländern gestiegene Preise haben, könnten mehr Kreditnehmer als normalerweise in Zahlungsprobleme kommen. Das könnte den Gewinn der Kreditgeber in diesem Jahr verringern oder sogar ein Verlustjahr für manche Kreditanbahner entstehen.

Eine Maßnahme dagegen sind höhere Zinsen. Dies ist bereits zu beobachten. Manche Plattformen haben die Zinsen bereits erhöht. Zum Beispiel hat Lendermarket die Zinsen auf bis zu 16% erhöht. Auch manche Kreditanbahner bei Mintos haben die Zinsen erhöht.

Rendite nach allen Ausfällen
Die größten Teile der Kreditausfälle habe ich bereits im Laufe der Zeit als Verlust abgeschrieben.

PlattformAnteil der abgeschriebenen Darlehen
LendermarketKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
Bondora100% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+0,6% gegenüber dem Vormonat
Mintos100% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

Aktuell weniger als 2 Euro in "Recovery"
Finbee100,0% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+0,0% gegenüber dem Vormonat
AfrangaKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
OmarahaKeine Darlehen mit mehr als 100 Tagen in Verzug.
Werden automatisch mit Verlust von Omaraha verkauft
HeavyFinance28,8% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

-8,9% gegenüber dem Vormonat
EsketitKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
Iuvo Group100% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben
MonceraKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
SwaperKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
Lenndy55,6% des kompletten Kapitals bei Lenndy bereits abgeschrieben
(Investiert + Nicht investiert)

+0,6% gegenüber dem Vormonat

Hinweis: Durch Handel auf dem Zweitmarkt ändert sich die "Ausfallsumme" häufiger.
Viventor100% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben
NeoFinance93,4% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

-2,9% gegenüber dem Vormonat
MonestroKeine Darlehen mit mehr als 60 Tagen in Verzug
Finbee Tschechien100,0% aller Darlehen mit mehr als 60 Tagen Verzug bereits abgeschrieben

+0,0% gegenüber dem Vormonat

Verhältnis P2P Gewinne zu den monatlichen Abschreibungen:

Im Februar gab es eine negative Abschreibung
Zu den erhaltenen Zinsen kamen 15% von negativen Abschreibungen hinzu
Von allen Zinsen + Zweitmarktgewinnen kamen also noch 15% durch Inkassozahlungen hinzu

    —> 150€ durch negative Abschreibungen insgesamt bei allen Plattformen
    —> 1000€ Gewinne insgesamt bei allen Plattformen
    —> Nettogewinn: 1150€

Bei einem Wert von 100% würden alle erhaltenen Gewinne für monatliche Abschreibungen weg gehen und die Rendite würde 0% betragen. Bei einem Wert von über 100% wäre die Rendite negativ.
Also: Je geringer der Anteil desto besser.

Meine P2P-Anlage Rendite im Vergleich zum MSCI World:
Der MSCI World Index (inklusive Ausschüttungen) hatte im Februar 2022 eine negative Rendite von -2,9%. Aufs Jahr gesehen entspricht dies einer Rendite von -34,8% p.a.
Im Vergleich dazu hat mein verwaltetes Portfolio im Februar 2022 eine Rendite von 21,9% p.a. bei der P2P-Anlage erzielen können.

Quelle: Meine P2P-Anlage Rendite im Vergleich zum MSCI World Index (inklusive Reinvestiton der Ausschüttungen) Quelle: Justetf.com

Der Stand am Ende Februar 2022 sieht so aus:

  1. Meine P2P Rendite: Von 100 Punkten auf jetzt 515 Punkte
  2. MSCI World: Von 100 Punkten auf jetzt 341 Punkte

Fazit:
Die Rendite im Februar 2022 war der beste Renditemonat seit Juni 2021. Nur durch viele Inkassozahlungen war eine Rendite von über 20% möglich.

Durch höhere Zinsen, welche es seit dem Krieg gibt und zusätzlichen Cashback-Aktionen könnte die Rendite in den folgenden Monaten weiterhin höher als erwartet ausfallen.

Eventuell werde ich meine russischen Kredite in den nächsten Monaten verkaufen können. Einen zu hohen Abschlag möchte ich aber nicht anbieten. Eher noch etwas abwarten.

Die Abschreibungen sind auf einem sehr niedrigen Stand. Sogar negativ. Das dürfte sich im Laufe des Jahres ändern, wenn es vermehrt zu Ausfällen kommt.

Bei P2P-Anlagen kommen die Auswirkungen von Krisen etwa mit einem halben Jahr Verspätung an. Deswegen dürften sich die Abschreibungen in den letzten Monaten des Jahres 2022 sicherlich ansteigen.

 

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