12.03.2018: "Twino" und "Varks.am" in die Darlehens-anbahner-liste hinzugefügt.

Investly startet Rechnungs-finanzierung von Unternehmen (Invoice Financing)

investly_logoAm letzten Tag des Jahres hat Investly die erste Rechnungsfinanzierungs-Auktion von einem Unternehmen online gestellt. Bisher hat Investly Kredite an Unternehmen aus Estland vermittelt. Mit dem jetztigen Schritt in die Rechnungsfinanzierung können Investoren aus ganz Europa den Cash Flow von Unternehmen fördern und gleichzeitig noch eine gute Rendite einfahren.

Das Prinzip der Rechnungsfinanzierung ist relativ einfach: Ein Unternehmen, welches eine Dienstleistung an Kunden erbringt, schreibt Rechnungen mit bestimmten Zahlungsziel. Meistens liegen diese zwischen 30 und 120 Tagen, in denen der Kunde die Rechnung bezahlen muss. Dabei gibt es immer das Risiko das der Kunde die Rechnung zu spät oder gar nicht begleichen kann und es somit zu Ausfällen kommt.

investly-invoice-auctionBei Investly haben Unternehmen nun die Möglichkeit diese Rechnungen durch Investoren finanzieren zu lassen. Dadurch gibt es keine Zahlungsausfälle mehr und die Rechnungen werden sofort beglichen. Im Gegenzug erhält das Unternehmen nicht die volle Summe der Rechnung ausgezahlt, sondern zum Beispiel 98%, je nach Laufzeit.

Als Beta-User habe ich dabei einen ersten Einblick in die erste Rechnungs-Auktion bekommen. Bei dieser ersten Auktion beträgt die Rechnungssumme 8175,88 Euro. Anleger erhalten ab Auktionsende eine Verzinsung von 15% pro Jahr, tragen aber das Risiko eines Ausfalls.

Die Bonität des Kunden wird von Investly als sehr gut eingeschätzt und ist mit dem besten Rating „AAA“ angegeben. Daraus ergibt sich eine Ausfallquote von einem Prozent. Das heißt also: Mit 99% Sicherheit wird der Kunde die Rechnung begleichen. Der 19. Januar 2016 ist der Tag an dem der Kunde spätestens zahlen muss.

Es ergeben sich folgende Vorteile für Unternehmen:
– Keine Ausfälle von Kunden die nicht zahlen
– Rechnungen werden sofort beglichen. Dadurch kann mit dem Geld sofort weiter gewirtschaftet werden.

Vorteile für Investoren:
– Anleger erhalten ab Auktionsende eine attraktive Verzinsung

Geboten wird auch bei Rechnungsverkäufen im Auktionsprinzip. Bedeutet also, dass Invesotren sich gegenseitig unterbieten können. Wird ein Projekt voll finanziert erhalten alle Anleger den gleichen Zinssatz.

Ich habe zum testen der Rechnungsfinanzierung gleich 40 Euro zu einem Zinssatz von 15% geboten. Hier seht ihr die Detailansicht einer Rechnungs-auktion:
investly-invoice-detail

Fazit:
Die Rechnungsfinanzierung hört sich für mich sehr interessant an. Eigentlich ist es nicht anderes als ein kurzfristiger Kredit. Deshalb wird auch viel davon abhängen wie gut Investly das Ausfallrisiko einschätzen kann. Gut finde ich die kurze Anlagedauer. Ich bin also nicht Jahrelang gebunden sondern nur wenige Wochen bis wenige Monate. Ich werde hier weiter über meine Anlage bei Investly berichten.

 

Kommentare: 5

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[…] das Ausfallrisiko ihrer Kunden los werden und sind sofort wieder liquide. Etwas ausführlicher berichtet Andreas […]

 

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Hallo Andreas, ich arbeite selbst in der Finanz und ich wäre mit einer solche Rechnungsfinanzierung vorsichtig.

Gerade große Firmen optimieren ihr Working Capitial bis aufs äußerste. Da kann selbst eine Firma wie Daimler ein paar Monate im Verzug sein.

und Zinsen bekommst du nur für den fixierten Zeitraum, danach bekommst du nichts mehr, soweit ich das richtig verstehe.

Außerdem liefert das System einen gewissen Anreiz Kunden mit schlechter Zahlungsmoral outzusourcen…

Alles Gute fürs neue Jahr

 

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Hallo Matthias, vielen Dank für deinen Kommentar.

Es tut immer gut, Meinungen von Erfahrenen zu hören.
Ich werde die Rechnungsfinanzierung bei Investly erstmal mit kleineren Beiträgen testen. Vielleicht wäre es eine gute Strategie nur Rechnungen von den Unternehmen zu kaufen, die bereits mehrere gute Zahlungskunden bei Investly vermittelt haben.

Das Problem mit dem Anreiz für Kunden mit schlechter Zahlungsmoral ist tatsächlich vorhanden. Andere Invoice-Anbieter versuchen das Problem damit auszugleichen, dass die Unternehmen nur maximal 90% einer Rechnung verkaufen können und immer 10% behalten. Ob dies das Problem löst ist allerdings fraglich.

Bei Unternehmensfinanzierungen bin ich sowieso etwas zurückhaltender, da ich mich in diesem Bereich noch nicht sehr gut auskenne. Deshalb habe ich meine Investitionen bisher meist auf Kredite an Privatpersonen konzentriert.

Auch dir alles Gute fürs neue Jahr und eine erfolgreiche Anlagestrategie

 

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Hallo Andreas,

mich würde es sehr interessieren, wie du die Zukunft im P2P Bereich siehst, bzw. welche Anbieter du am solidesten hältst.

Der momentane Hype mit hunderten P2P Anbietern in Europa erinnert mich an die Anfangszeiten der Automobilindustrie, wo ja auch nicht viele übriggeblieben sind ! Hast du eine Ahnung wie das in den USA gelaufen ist, war/ist der Markt dort ähnlich stark fragmentiert ? Die sollten ja einige Jahre voraus sein und bereits Pleite/Übernahmewellen hinter sich haben.

LG Matthias

 

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Hallo Matthias,

ja du hast recht, jede Woche füge ich mehrere neue P2P-Plattformen aus Europa hinzu siehe hier: http://p2p-anlage.de/p2p-plattformen/
Es ist klar das nicht alle Plattformen langfristig überleben werden und entweder pleite gehen oder von den Big Playern übernommen werden.

Die solidesten Anbieter erkennt man meiner Meinung nach unter anderem am vermitteltem Kreditvolumen. Also wenn es in einem Land bereits mehrere Plattformen gibt, würde ich mich auf die Marktführer konzentrieren.
Ausserdem spielt natürlich eine Rolle wie lange es das Unternehmen gibt und wie das Geschäftsmodell aussieht. Von reinen Payday-Anbieter, so wie Trustbuddy, würde ich mich fernhalten.

In den USA gibt es zwar auch viele Plattformen, aber mir ist kein Fall bekannt, wo Anleger Geld durch eine Pleite verloren haben. Auch sind dort die Volumen größer als hier in Europa, sodass auch speziell kleinere Anbieter gut überleben können, weil der Kuchen dementsprechend größer ist.

Ich denke, dass das Plattformrisiko von vielen Anlegern vollkommen unterschätzt wird. Deswegen sollte man prüfen ob man sich für mehrere Jahre an eine Plattform binden lassen will. Anbieter mit einem Zweitmarkt priorisiere ich aus diesem Grund um auch vorzeitig aussteigen zu können.

 

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