10.11.2017: 7 Darlehensanbahner in die Darlehens-anbahner-liste hinzugefügt.
(Aasa, GetBucks, Mogo, ID Finance, Creamfinance, Viainvest, Lendo)


Meine Bondora High Risk Strategie Teil 5

Eine Besonderheit die es bei Bondora gibt sind Kredite mit extrem hohen Zinsen wie wir es in Deutschland überhaupt nicht gewohnt sind. Diese gehen bei Bondora bis zu 93% pro Jahr. Kreditnehmer die solche hohen Zinsen zahlen kommen meist aus Spanien und haben dementsprechend sehr hohe Ausfallquoten. Nach einem Jahr sind mehr als die Hälfte dieser High Risk Kredite ausgefallen. Dabei stellt sich automatisch die Frage: Ist es möglich trotz solcher hohen Ausfallquoten dennoch eine positive Rendite zu erzielen? Seit Januar 2015 habe ich einen Teil meiner Bondora Geldanlage in diese „High Risk“ Kredite investiert um herauszufinden ob diese Strategie sich lohnt und ob sich dadurch eine gute Rendite erzielen lässt.

Dies ist der 5. Teil der Serie „Meine Bondora High Risk Strategie“
Es sind bereits 4 Teile im Jahr 2015 erschienen.
—> Teil 1
—> Teil 2
—> Teil 3
—> Teil 4

Bis zum Ende des Jahres 2015 habe ich alle spanischen Kredite die ausgefallen sind auf dem Zweitmarkt verkauft und damit den Verlust sofort realisiert. Seit Ende 2015 behalte ich jedoch auch ausgefallen Kredite in meinem Portfolio, welche bereits mehrere Raten pünktlich gezahlt haben. Ich habe diesen Schritt gewählt da die Zweitmarkt Abschläge auf bis zu 85% gestiegen sind. Dies bedeutet Anleger erwarten nur noch eine Eintreibungsquote von 15%. Bei meinen Krediten die bereits mehrere Raten gezahlt haben, sehe ich allerdings höhere Eintreibungsquoten und behalte diese Kredite vorläufig noch im Portfolio.

In der folgenden Grafik entsprechen die roten Balken meine Verluste durch Verkäufe (rote Kredite die noch nicht verkauft wurden habe ich mit 85% als Verlust gerechnet). Die grünen Balken sind die erhaltenen Zinsen je Monat. Es wurden nur Kredite berücksichtigt mit einem Zinssatz von 45% oder höher:

bondora-high-risk-strategy-may-2016

In der Grafik ist zu sehen das die monatlichen Zinsen nach dem Hoch im November 2015 seitdem leicht abnehmen. Auch noch nach einem Jahr gibt es immer wieder neue Verluste durch Verkäufe von überfälligen Krediten auf dem Zweitmarkt. In 2016 war der Februar der schlechteste Monat, weil dort die Verluste höher waren als die Zinseinnahmen.

Das Gesamtbild sieht nun so aus:

bondora-high-risk-strategy-may-2016-2

Ich habe also mehr Zinsen als Ausfälle und habe somit aktuell eine positive Rendite bei dieser Strategie. Die Rendite liegt aktuell bei + 14% p.a. Ich schätze die endgültige Rendite bei dieser Strategie auf 10-30% p.a. ein. Im Besten Fall werden es 30%, wenn die Ausfälle nun geringer werden und frühzeitige abbezahlte Kredite selten werden. Im schlechtesten Fall schätze ich die Rendite auf + 10% ein. Dies ist der Fall wenn die Ausfälle nicht geringer werden und viele Kredite vorzeitig abgelöst werden.

Rendite nach Steuer
Nach Steuern die in Deutschland zu zahlen sind, ist die Rendite zur Zeit leicht negativ. Negativ deshalb, weil Ausfälle mit Zinseinnahmen nicht gegengerechnet werden können. Vieles hängt jetzt davon ab wie lange die jetzt aktiven Kredite noch laufen. Meine endgültige Rendite nach Steuer bei dieser Strategie schätze ich auf 0% bis zu +20% pro Jahr.

Fazit: Eine Geldanlage in High Risk Kredite sollte sich jeder genau überlegen, denn die Geldanlage ist eine sehr langfristige Anlage. Im ersten Jahr gibt es die meisten Kreditausfälle und damit auch die höchsten Verluste. Nach dem ersten Jahr hängt vieles davon ab ob die grünen Kredite noch Jahrelang weiterlaufen oder viele vorzeitig abbezahlt werden.

 

Kommentare: 6

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Bei einer Rendite von ca. 14% vor Steuern, könnte man dann doch lieber Mintos nehmen, wo man halbwegs sichere 12,5-13% hat und sich nicht drum kümmern muss, gerade in Anbetracht, das du ja die Verluste mit den Gewinnen steuerlich nicht geltend machen kannst, so dass du im Endeffekt sogar unter Mintos bleibst.

Kannst du dir mal xxxxxxx (geändert von Admin) anschauen. Ich bin da seit ein paar Tagen dabei, da mir jemand das schmackhaft gemacht hat, aber ich bin von dem ganzen Konstrukt irgendwie noch nicht so überzeugt.

 

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Hi Sebastian,

als ich Anfang 2015 mit dieser Strategie begonnen hatte war noch relativ unklar wie die Rendite auschauen wird. Selbst heute kann ich meine Rendite noch nicht richtig einschätzen. Normalerweise sinken die Ausfälle nach einem Jahr sehr stark ab. Aber bei den hohen Zinssätzen könnte es auch anders laufen.

Ich habe jetzt auf jeden Fall viele grüne Kredite die regelmässig zahlen. Eigentlich kann die Rendite ab jetzt nur noch stabil bleiben oder besser werden, da ich die größten Ausfälle schon hinter mir habe.

Das von dir genannte Unternehmen ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Schneeballsystem. Jemand der dir risikolos 3,5% Rendite pro Tag! verspricht kann nur unseriös sein.

Grüsse Andreas

 

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Hi Andreas,

Toller Artikel, aber was ich nicht verstehe, ist, warum man die Verluste nicht mit den Gewinnen verrechnen kann. In der Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalertragsteuer_(Deutschland)#Verluste) steht nur, dass man Gewinne aus Aktiengeschäften nur mit Verlusten aus diesen verrechnet sind. Da steht nicht, dass P2P-Anlagen oder andere Anlagearten komplett davon ausgenommen sind. Kannst du mir erläutern, wieso man die Verluste hier nicht verrechnen kann?

 

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    Hi Viktor,

    Verluste bei der P2P-Anlage sind zum Teil schwierig zu bestimmen. Denn ein Kredit im Inkasso heisst noch kein Totalverlust, denn es können noch Jahre später Zahlungen eingehen.
    Erst wenn ein Verlust realisiert wurde (genau wie bei einer Aktie), also wenn der Kredit zu einem nierdigeren Preis als die ausstehende Tilgung verkauft wurde, kann man behaupten, man habe einen Verlust erlitten.

    Weil es sich also bei einem Kreditverlust um einen Veräusserungsverlust handelt, kann man nur Veräusserungsgewinne (Kredite mit Gewinn verkaufen) mit Veräusserungsverluste gegenrechen (Kredite mit Verlust verkaufen).

    Nicht aber Zinsen gegen Veräusserungsverluste, da Zinseinnahmen ein komplett anderer Bereich ist.

    Bei Unklarheiten lieber einen Steuerberater konsultieren.

    Einen guten Artikel zum Thema Steuern hat Lars geschrieben:
    http://passives-einkommen-mit-p2p.de/wie-du-deine-p2p-gewinne-versteuerst/

    Grüsse Andreas

     

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Hallo,

Wie groß ist eigentlich das Risiko dass einige Plattformen betrug sind, wie im Fall Ezubao?
Da du ja immer recherchierst wie die Firmenstruktur ist, würde es mich interessieren wie gross du das Risiko einschätzt.

http://www.nzz.ch/finanzen/gewaltiger-anlagebetrug-in-china-1.18687726

 

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    Hallo Tom,

    das Risiko des Betrugs ist auf jeden Fall vorhanden. In Deutschland sind die Hürden sehr hoch. Zum Beispiel ist immer eine Partnerbank involviert. Deshalb halte ich das Risiko des Betrug hier für geringer.

    Auch alle Plattformen die von der FCA (Financial Conduct Authority) reguliert werden, sehe ich das Betrugsrisiko als gering an, da diese Plattformen bestimmte Vorraussetzungen erfüllen müssen um die Lizenz nicht zu verlieren.

    Im Ausland ist das Risiko grösser. Bevor ich mein Geld einer P2P Plattform anvertraue gehe ich meine Prüfliste durch und versuche mehr über das Unternehmen herauszufinden. Trustbuddy, zum Beispiel, ist bei meiner Prüfung 2014 durchgefallen und ich habe dort nicht investiert.

    In Europa allgemein würde ich das Risiko aktuell bei ca. 0,5% pro Jahr einschätzen, das eine Plattform wegen Betrugs schliesst. Also bei 200 Plattformen in Europa würde das eine Plattform pro Jahr entsprechen die wegen Betrug geschlossen wird.

    In China sind die Hürden für eine Gründung einer Peer-to-Peer Plattform sehr gering und es gibt gar keine Regulierung von der Regierung aus. Da kann fast jeder seine eigene Plattform aufmachen. Deswegen gibt es dort auch so viele Betrugsplattformen.

    Bei der chinesischen Plattform Ezubao war es ein extremes Schneeballsystem. Es waren wohl 90-95% aller Kredite keine echten Kreditprojekte, sondern dienten nur zur Geldmacherei.

    Um das Betrugsrisiko für die eigene Geldanlage zu minimieren, hilft es die Gelder auf mehrere Plattformen zu verteilen.

    Grüsse Andreas

     

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