Linked Finance ist ein etablierter Kreditmarktplatz in Irland. Bereits im März 2013 gestartet, vermittelt Linked Finance zur Zeit monatlich etwa eine Million Euro an verschiedene irische Unternehmen. Ich habe mich entschieden diesen Kreditmarktplatz zu testen und über meine Erfahrungen zu berichten.
Nach der Finanzkrise in Irland wo es dem Land sehr schlecht ging, hat sich die irische Wirtschaft erholt. Es gibt mittlerweile 3 Kreditmarktplätze in Irland, wobei Linked Finance der Marktführer ist. Die Arbeitslosenquote in Irland liegt zwar immer noch deutlich höher als vor der Krise, ist aber seit dem Hoch im Jahr 2011 deutlich gesunken.
Es wird mit hohen Renditen für Anleger geworben:

Linked Finance im Überblick:
– Bereits im März 2013 gestartet
– Kredite an Unternehmen aus Irland
– Unbesicherte Kredite
– Zinsen von 5-15 %
– Mindestgebot: 50€
– Linked Finance hat kein Scoring System
– Noch kein Zweitmarkt
Gebotsverfahren:
Linked Finance setzt auf das Unterbietungs-gebots-verfahren. Zunächst wird die Kreditsumme von den Anlegern voll geboten. Danach sinkt der Zinssatz da sich Anleger gegenseitig unterbieten. Das Besondere dabei ist das jeder Anleger den eigenen geboteten Zinssatz erhält und es nicht einen einheitlichen Zinssatz gibt. Nachteil ist, dass diese Unterbietungsmechanismus zeitaufwendiger für die Anleger ist, weil man wenn man unterboten wurde, nochmals ein Gebot abgeben muss. Alle Kredite enden jeweils um 22 Uhr. So reicht es sich einmal am Tag einzuloggen und ein Gebot abzugeben.
Aktuell kann man auf 9 Kredite bieten. Kredite bei Linked Finance:

Kein Scoring der Unternehmen
Die meisten Kreditmarktplätze bieten den Anlegern ein eigens entwickeltes Scoring System an um die Bonität der Unternehmen einzuschätzen. Nicht so bei Linked Finance. Es gibt zwar Mindestanforderungen an Unternehmen um an einen Kredit zu bekommen, doch ein Scoring System bietet Linked Finance bewusst nicht an. Anleger können alle finanziellen Daten der Unternehmen einsehen und dann nach Wunsch auf das Kreditprojekt bieten. Alle Kredite werden in 4 Kategorien eingeteilt:
– Consumer (Verkäufe direkt an Konsumenten auf täglicher Basis z.B. Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus)
– Manufacturing (produzierende Fertigwaren und Dienstleistungen z.B. industriellen Fertigung, Nahrungsmittelproduktion, Druck und Bau).
– Young (Unternehmen aus allen Sektoren die seit weniger als 5 Jahren aktiv sind)
– Knowledge (Auf Wissen basiert, Informationstechnologie und Know-how beispielsweise wie IT, Recht, Buchhaltung und Forschung)
Ich habe mich entschieden nicht in „Young“ Unternehmen zu investieren da ich hier zu hohe Ausfallquoten erwarte. Ansonsten finde ich die Kategorien „Consumer“ und „Manufacturing“ sehr interessant.
Beispiel eines Finanzberichtes von einem Unternehmen:

Es wird hohen Wert auf eine Kreditbeschreibung gelegt. So wird zu fast jeder Firma die eigene Webseite genannt und zusätzlich eine detaillierte Beschreibung über die Vergangenheit des Unternehmens und wofür speziell das Geld gebraucht wird.
Die meisten Kredite haben Laufzeiten von 36 Monaten. Die Kreditsumme bleibt relativ gering zwischen 10.000€ bis zu 50.000€.
Auto-Bid
Für eher passive Investoren gibt es das Auto-Bid System. Hier stellt man einmalig den gewünschten Zinssatz ein und in welche Kategorie investiert werdens soll und schon bietet der Auto-bid automatisch.
Wenig Transparenz:
Vergeblich sucht man nach aktuellen Ausfallzahlen bei Linked Finance. Das Unternehmen veröffentlichte bisher keine Zahlen zu Ausfällen. Lediglich niedrige geplante Ausfallquoten aus der Vergangenheit sind zu finden.
Mein Portfolio ganz zu Beginn:
Zunächst möchte ich immer das Mindestgebot von 50€ auf verschiedene Kredite bieten und die Zahlungsmoral der irischen Unternehmen testen. Die ersten beiden Kredite haben bereits pünktlich ihre Raten bezahlt:

Mein Durchschnittszins liegt aktuell bei 13,8%. Die monatlichen Ratenzahlungen werden ganz unterschiedlich an verschiedenen Tagen im Monat fällig
Fazit:
Ich möchte testen ob sich Linked Finance eine gute Rendite erzielen lässt. Sehr gefällt mir, dass die Plattform bereits seit mehr als 3 Jahren aktiv und etabliert ist. Mit Zinsen über 10% bleibt selbst mit höheren Ausfallquoten viel Spielraum für eine positive und gute Rendite. Da es keinen Zweitmarkt gibt werde ich vorerst nicht sehr viel bei Linked Finance investieren. Über meine Geldanlage beim Kreditmarktplatz Linked Finance werde ich hier im Blog weiter berichten.




Zum ersten mal landet LendInvest auf dem ersten Platz. Dies dürfte jedoch eine Ausnahme sein, da die Volumen bei LendInvest in der Regel sehr stark schwanken. Funding Circle und Zopa können die hohen monatlichen Volumen der letzten Monate nicht halten und verlieren leicht.
Beim Umgang von Kreditausfällen gehen P2P Plattformen ganz unterschiedlich vor. Während einige Anbieter eine Rückkaufgarantie für Kredite anbieten, kaufen andere Plattformen Kredite die länger in Zahlungsverzug sind zu einer festen Quote von den Anlegern ab. Mit Sicherungspools wollen weitere Plattformen bei den Anlegern punkten. Die meisten P2P Plattformen allerdings, vergeben faule Kredite direkt an Inkassounternehmen, welche sich dann um die Eintreibung für die Investoren kümmern.
Dies ist die häufigste Variante unter den P2P Plattformen. Auch nach einem Ausfall können Zahlungen von einem Inklassounternehmen erwartet werden. Hier müssen Anleger auch langfristig denken, denn es kann durchaus Jahre dauern bis Geld durch das Inkassounternehmen eingetrieben wird. Bei manchen Krediten darf man aber keine Zahlungen mehr erwarten, etwa beim Tod oder Insolvenz des Kreditnehmers. Bei dieser Variante bleiben alle Kredite die ganze Zeit im Anleger-Portfolio.
Hier trägt der Anleger nicht das volle Kreditausfallrisiko. In der Regel gibt es festgelegte Quoten wie beispielsweise bei Fellow Finance aus Finnland. Ausgefallene Kredite werden nach 90 Tagen automatisch zu 70% des Nennwerts an ein Inkassounternehmen verkauft (Finnland: 70% des Nennwerts, Polen: noch nicht bekannt). Der Anleger trägt also nicht das volle Kreditausfallrisiko. Selbst wenn alle Kredite ausfallen sollten hat der Anleger nur 30% Verlust. Bei Omaraha beträgt die Verkaufsquote an das Inkassounternehmen in Estland aktuell sogar 80%.
Dabei verwenden die Plattformen einen Teil ihrer Einnahmen dafür auf um einen Geldpool aufzubauen. Damit sollen dann die Kreditverluste der Anleger begrenzt werden. Bei Finbee ist dies der Compensation Fund, der die monatliche Ratenzahlungen vorübergehend übernimmt solange das Gesamt Finbee Portfolio die 10% Ausfallquote übersteigt. Beim Kreditmarktplatz Giromatch soll der eingerichtete Sicherungspool einspringen wenn die angestrebte Rendite nicht erreicht wird.
Bei dieser Variante werden dem Anleger alle faulen Kredite nach einer gewissen Zeit automatisch abgekauft. Bei Twino ist es bereits nach 30 Tagen Zahlungsverzug. Bei Mintos und Viventor wird der Kauf automatisch nach 60 Tagen Zahlungsverzug durchgeführt.

Crosslend teilt alle Kreditnehmer nach ihrer Bonität in 8 Risikogruppen ein. Von A (beste Bonität) bis G und HR (High Risk). Beim niedrigsten Risiko (A) soll die durchschnittliche Ausfallrate bei 0-0,99% liegen. Bei der höchsten Risikoklasse liegt die prognostizierte Ausfallrate bereits bei durchschnittlichen 14% oder höher.




























